Ok, letzte Nacht habe ich nur eineinhalb Stunden geschlafen, und die noch nicht mal besonders gut. Ich habe mich in den Schlaf geweint wegen Hannes, komische Dinge geträumt, und das erste nach dem Aufwachen war wieder Hannes und meine Angst um unsere Beziehung. Gestern abend habe ich vor Wut und Verzweiflung eine Delle in die Rigips-Wand über meinem Bett getreten. Ups. Sieht nicht so doll aus, aber jetzt auch nicht soooo schlimm. Naja, musste raus. Besser als Abführmittel nehmen, mir was zu brechen, wenn ich gegen das Mauerwerk trete, oder mich sonstwie selbst zu verletzen. Viel hätte nicht mehr gefehlt.
So, mittlerweile lasse ich noch einen Schritt weiter los: Fridolin bekommt nach und nach das Bastelmaterial, das ich noch von meiner Kinderkrippe übrig habe. Dann ist Fridolin glücklich, weil er unwahrscheinlich viel und toll bastelt (hat er nicht von mir, basteln war noch nie mein Ding!) und das Zeug ist endlich von mir WEG!
Fred habe ich heute dazu aufgefordert, am Wochenende zu putzen. Ich räume heute auf, so dass er putzen kann. Nächste Woche umgedreht. Wenn er hier in einer WG wohnen will, dann muss er seinen Beitrag dazu leisten, dass das funktioniert. Wenn er auf einmal Golf und Tischtennis spielen UND Busfahren gehen kann, dann ist er auch in der Lage, hier in dem Haus, das nominell auch seines ist, die halbe Verantwortung zu übernehmen. Wenn ich jemals wieder arbeiten soll, dann ist seine Aufgabe die Hälfte des Haushalts. Punkt. Fertig aus. Ich bin von Beruf weder Haus- noch Putzfrau.
Des Weiteren ist Fred sauer, weil ich nicht mehr sein Mädchen für alles und seine Sekretärin spiele. Bis jetzt habe ich alle Termine in der Wochenplanung so eingerichtet, dass wenn er nicht kann, ich zurückstecke und eben Fridolin habe. Seit August habe ich die Fridolin-Zuständigkeitsplanung nun aber netterweise doch noch so im Ansatz geregelt, dass ich für Fred einspringe, allerdings hat er drei Tage (von 15), an denen er Fridolin nicht übernehmen kann. Jetzt muss er selbst dafür sorgen, dass Fridolin versorgt ist, daher ist er sauer. Sein Pech.
Vor meinem Burnout habe ich gleichzeitig:
- keine Ahnung wieviel Wochenstunden gearbeitet (zwischen 70 und 90), erst selbständig, dann als Leitung einer Kita
- den Haushalt komplett alleine geschmissen
- Fridolin gut! versorgt
- ganz schwer mit meinen Nieren gekämpft
- das dann noch nicht eingerichtete Haus gestaltet
- um meine Ehe gekämpft
- gegen meine Esssucht gekämpft
- um meine Ehe gekämpft
- gegen meine Esssucht gekämpft
- an der Fred-Lethargie-Front gekämpft
- an der Frida-Front gekämpft
- den Suizid meiner Koordinatorin, Robert Enke's und erneut den meines Vaters zu verkraften gehabt
... und trotzdem bescheinigten mir so manche Menschen, ich sähe aus wie das blühende Leben, während ich innerlich kaputt ging. Dies werde ich NIE WIEDER so machen!!!
Ach ja, gewichtstechnisch geht's aufwärts, also abwärts. Trotzdem ich meine Tage diesmal zu früh bekommen habe!