Montag, 12. September 2011

Merkzettel

Friederike an Hirn: MERKEN!!

- Wäsche aufräumen
- Bett abziehen und überziehen
- Binge-Psycho-Termin verschieben
- Kichererbsen einweichen
- Einkaufsliste für Diät
- Rezepte ausdrucken
- Treppen runter wischen
- staubsaugen
- Küchenregal aussortieren
- Email geschrieben, weil ich auf die anderen Sachen irgendwie grade so gar keine Lust habe *hmpf*

Eiiiigentlich wollte ich ja heute mit Sohni in den Tiergarten. Mal was MACHEN. Raus hier. Was mit ihm machen. Aber so rumhängen und spielen passt auch. Hm. Bin hin und hergerissen, ob ich jetzt muffelig sein soll deswegen, oder nicht. Umgedreht SCHAFFE ich hier ja auch endlich mal was, bekomme ich was auf die Reihe, das hat auch definitiv was!!

Vorbereitungstag 1

Liebes Tagebuch,

gestern abend sind wir, das heißt Fridolin und ich, mit einem Paukenschlag eingeschlafen. Fred hat ihn bei Frida abgeholt, danach mit ihm Nudelsuppe gegessen und ihn ins Bett gebracht. Ich habe derweil in meinem Zimmer weiter gemacht. Gerade, als ich die Polster von der Hollywoodschaukel reingeholt hatte, brach auch schon das Unwetter los. Supi. Nun ja, Fridolin hatte Angst - verständlich, es hat ja auch mächtig gerumst! Also habe ich ihn zu mir nach oben geholt. Er durfte bei mir auf dem Bett einschlafen, während ich auf dem Sofa saß und gelesen habe. Danach habe ich ihn ins Gästebett verfrachtet, denn das ist jetzt wieder frei zugänglich. Jippieh! Zwei Fliegen mit einer Klappe, denn Fridolin darf hier schlafen, ich habe ihn bei mir, aber ich kann auch in Ruhe schlafen, weil er sein eigenes Bett hat. Dreifach-Salto!!
Ach ja, Tatort war wegen Gewitter sowieso nicht möglich, weil's so laut war, und sowieso und überhaupt. Außerdem hatte ich keine Lust auf glotzen, und wenn Fridolin hier ist schon gleich dreimal nicht. Während ich also auf dem Sofa saß und gelesen habe, habe ich ihm leise Meditationsmusik angemacht, und er ist schön sanft eingeschlafen. Ich bin noch schnell duschen gegangen, dann hat's mich auch 'derhutzt'.

Heute morgen ging es dann für mich als allererstes aufs Laufband. 30 Minuten bei 5,2 km/h. Mega-easy. Fridolin habe ich so lange vor dem Fernseher geparkt. Nicht das Gelbe vom Ei, aber nun ja. Wichtig ist, dass ICH ENDLICH ABNEHME. Und dazu brauche ich einen geregelten Tagesablauf. Dazu MUSS ich meine paar Sachen störungsfrei machen können, und DANN kann ich mich um alles Andere kümmern. Ohne Wenn und Aber.
Also heute früh mit Leichtigkeit die 30 Minuten gelaufen, dann schnell die Rezepte von der Online-Ernährungsberatung gespeichert, und Frühstück mit Fridolin. Für mich gab's 150 g Papaya mit 200 ml Milche (viiiiiiiiiiel zu viel!!!) und 50 g Flocken.
Wenn ich jetzt noch schnell fertig lese, habe ich mein Mindestziel für den Tag noch vor 11 Uhr erreicht. Das ist doch mal was!!

Friederike

Re-Boot 2.0

Habe mein 'neues Leben' (?!) mit einem Einlauf begonnen. Schöner Mist. Warum?! Immerhin: jetzt habe ich die Chance, etwas daraus zu machen. Nach dem Ernährungsplan leben heißt, jetzt drei Monate lange nichts 'selbst' kochen, nichts aus den Kochbüchern, nicht indisch, nicht ayurvedisch. Wenn's was bringt ... . Immerhin werde ich rechtzeitig vor meinem Geburtstag und vor Weihnachten 'fertig' (=dünn) sein?!

Heute auf dem Plan:
- Lesehausaufgabe
- 30 Minuten Sport
- Wäsche zusammenlegen und aufräumen
- Bett abziehen
- duschen

Machbar, zumal Fridolin grade mit Fred zu Frida fährt. Sollte ich dann noch mehr schaffen, so wäre dies eine Fleißaufgabe und als solche durchaus begrüßenswert.

Plan für morgen ist, mit Fridolin in den Tiergarten zu fahren.

Außerdem eine Idee: Gassigehen im Tierheim.

Merke: heute auf keinen Fall Nachrichten gucken, Internet oder Radio.

Bis 12.00 Uhr geschafft:
- Lesen
- 30 Minuten bei 5 km/h
- Wäsche zusammenlegen und aufräumen

Jetzt ... chatten mit Indien. Tut gut. Einerseits. Andererseits KEINE EINZIGE Nachfrage nach mir. Auf 'na dann schönen Sonntag noch' nicht mal 'danke, dir auch', einfach danke. Offensichtlich genügt die Information, dass ich noch lebe. Supi. Dann hätte ich es auch bei 'piep' belassen können. Aber von sich hat er alles erzählt so im Schnelldurchlauf. Hm. Destruktive Beziehung.

Hatte Pause von 13 bis 13.30 Uhr. Effektiv geschlafen habe ich bis 13.07 Uhr. Zeit. Wie immer nicht genutzt.

17.20 Uhr: Habe gaaanz schön viel geschafft in meinem Zimmer. Der  "Wohnbereich" ist ein bisschen fertig.

Fritz hat eine Mail geschickt. Habe den Karton mit seinen Geschenken gefunden. Vier Wochen zu spät.

Fred fährt jetzt Fridolin bei Frida abholen. Puuuh.
Hörbuch: "Die unsichtbaren Stimmen"
Buch: "Ich, mein Karma und er"

Tagesaufgaben:
- 10 Rezepte
- 60 Seiten lesen
- Zeitung lesen
- mindestens 30 Minuten Sport
- wochentags Fridolin täglich einmal bringen oder abholen
- einmal pro Woche Tagesausflug abarbeiten

Donnerstag, 8. September 2011

Luftleerer Raum

Gegen 1 Uhr – nach dem Lesen – eingeschlafen

Gegen 2 Uhr stand Fridolin im Zimmer, weil sein Bett nass war, also im Tran runter, Bett abgezogen, Frisches Bett drauf, Kind umgezogen
Aufgewacht gegen 7.30 Uhr und gleich gelesen. Tagespensum an Buchseiten habe ich gegessen. Simon hängt noch in der Kletterwand. Frühstückt grade von Helme Heine’s „Prinz Bär“ bis Janosch’s „Leon, der Zauberfloh“.

Fridolin darf heute nach dem Kiga mit zu einem anderen Kind. Nicht unbedingt sein innigster Freund, eher Konkurrent von unerwarteter Seite, seitdem er SEINE Freundin mit ihm teilen muss. Nun haben sich die beiden ‚Konkurrenten‘ zusammengetan zum play date. Freue mich. Für Fridolin. Heute darf er mit zu ihnen gehen, nächste Woche kommt das Kind zu uns. Ich selbst habe Panik vor heute abend. Dass ich dort hingehen muss. Dass ich keinen Small Talk führen kann. Dass ich zu viel rede. Dass ich nur Quatsch rede. Dass ich nichts zu sagen habe. Dass das, was ich rede irgendwie blöd ist. Außerdem muss ich da ESSEN. Bin zum Abendessen eingeladen. Die Mutter hat Supermodel-Ambitionen. Blonde Locken. Vollschlank. Gut gekleidet. Ich dagegen … bin der wandelnde Selbstwert-Komplex. Ob ich irgendwie aus der Nummer rauskomme?! Habe ANGST. Werde mich der Angst vermutlich stellen müssen. Für Fridolin. Ich komme da nicht raus. Panik. Werde mich beschissen fühlen, wenn ich es NICHT schaffe, dort hin zu gehen. Noch beschissener als wenn ich hingehe. Vielleicht vorher eine Baldrian-Tablette?! Noch achteinhalb Stunden bis dahin. Bauchweh. Mir ist übel. Jetzt schon. Scheiß Sozialphobie. Durchfall.
Vorhin um 7.30 Uhr war ich stolz, dass ich so früh wach war, weil ich dann früher endlich mal zu MEINEN Sachen kommen würde. Jetzt ist es schon wieder 9.30 Uhr und außer LESEN habe ich noch nichts gemacht. Hm.

Halsweh heute. Die Nieren tun nicht weh, aber gut fühlen sie sich auch nicht an. Rechtes Knie tut auch weh. Hm.
Ach ja, habe gestern abend gekocht. Das war schön. Blumenkohl-Kartoffel-Curry. Nur für Fridolin und mich. Fred war BUSFAHREN. Vielleicht hat er ja doch eine Andere. Who knows. Das hätte eine andere Qualität als das mit Fred und mir, weil Fred ja irgendwie nicht in meinem Leben hier auftaucht und ‚greifbar‘ ist. Hätte Fred eine andere Frau, so wäre sie HIER. In der Realität.

Das Essen war und ist übelst lecker. Macht ein gutes Gefühl im Bauch. Mag nie mehr anders als indisch oder ayurvedisch essen. Italienisch ist auch lecker. Aber da esse ich immer so VIEL, und hinterher geht es mir eben deswegen schlecht.
Das mit dem Hund wäre doch wunderschön. Ich will wieder einen Ayush haben. Hunderunden drehen. Hundeschule. Raus aus meinem elendigen Loch. Menschen begegnen.

9.40 Uhr – aufstehen, anziehen, loslegen. Hilft alles nix.

Das mit dem Lesen tut gut. Endlich geht das wieder! Hat auch was!!! Bringt mich halt nur nicht in den anderen Dingen voran.
Fucking Speckrollen. Nein, das sind keine –röllchen.

Manchmal denke ich, wäre es besser, mich einfach wegzusperren. Irgendein Sanatorium mit riesigem Garten zum Fluss hin. Irgendwelche Medikamente, die mich für den Rest meines Lebens wegpusten. Mich vor mir selbst schützen. Mich davor schützen, mich ständig lächerlich zu machen, mich permanent zu blamieren. Nicht mehr denken müssen. Ab und an kommt mich Fridolin mal besuchen, dann schiebt er mich in meinem Rollstuhl raus in die Sonne, und in meinen hellen Stunden erzählt er mir von seinem Leben … draußen. Oder so.

Und außerdem nervt mich diese unendliche tiefe STILLE. Tut weh. Ich melde mich doch bei so vielen Menschen. Schreibe Emails, Nachrichten, traue mich sogar, wieder anzurufen. Wenn die Anderen jemanden brauchen ... Friederike steht bei Fuß. Aber brauche ich mal jemanden ... STILLE.

Ok, Freund 1 ist schwerstkrank und hat grade andere Sorgen als meine. Freund 2 ist in Indien. Wird Zeit, dass er wieder zurück kommt!!!!! Und Freundfreund ... Es wird Zeit, dass Fritz wieder nach Hause kommt. Raus aus dem elendigen Funkloch.

11.04 Uhr und ich habe immernoch nichts gemacht außer gelesen (Buch und Zeitung), hier geschrieben und Blumenkohl-Curry gebruncht. Sonst NICHTS.