Anwohner

Das Projekt 'Sackgasse Nr. 11' ist für mich von großer Bedeutung geworden, nimmt es doch maßgeblich daran Anteil, dass ich es schaffen kann, ein paar äußerst wichtige Dinge zu erkennen, wahrzunehmen, in Worte fassen zu lernen. Es bildet den Höhepunkt eines langjährigen persönlichen Wachstumsprozesses. Deshalb möchte ich vielen Menschen, den Anwohnern der Sackgasse, sowie Nachbarn und Besuchern danken, mit denen ich zu tun hatte und mit denen ich gerade jetzt in Kontakt stehe. Sie alle haben in starkem Maße zu meiner Entwicklung beigetragen.
Wer sind eigentlich die Menschen, die die Sackgasse Nr. 11 bewohnen?!

Da wären zum Einen meine Wenigkeit, Friederike Fröhlich, 31 Jahre alt, Mutter, Ehefrau, Erzieherin von Beruf, Burnout-Patientin, ständig kämpfend für das Gute und die Gerechtigkeit.

Ich wohne hier mit meinem Mann, Fred Fröhlich, 40 Jahre alt, Dipl.-Ing für Maschinenbau, depressiv,  und unserem Sohn, Fridolin Fröhlich, 4 Jahre alt.
Dass wir dort „zusammen wohnen“, kann man leider nicht wirklich sagen. Wir wohnen alles ... nebeneinander, übereinander, gegeneinander, aber bestimmt nicht 'zusammen'. So wie der Zustand des Hauses, so lassen auch seine Bewohner in mancher Hinsicht zu wünschen übrig: Auf ein gemeinschaftliches Miteinander können sie sich nicht wirklich besinnen.

In der Nachbarschaft wohnen unter Anderem:
  • Frida Fröhlich, meine Mutter. Um ihr Wesen zu beschreiben, fallen mir die Worte 'cholerisch', 'dominant', 'manipulierend', 'impulsiv', 'beleidigend', 'verletzend', 'verletzt', 'einmischend', aber auch 'besorgt', 'rührend', 'liebevoll' ein, außerdem 'einsam', 'verletzt', 'unsicher', 'hilflos'.
  • Fernando brachte mich auf den Trichter, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Danke! Danke! Danke! Er selbst macht das aufgrund anderer Probleme schon seit einiger Zeit. Netter Mensch. Danke für viele viele Abende ... . Zufallsbekanntschaft, übrigens. Wir haben uns 2003 gegen 2 Uhr nachts im Bus von San Cristobal de las Casas nach Puerto Escondido kennengelernt. Als wir beide in unterschiedlichen Richtungen davon gingen, gab ich ihm meine Email 'Du kannst dich ja mal melden, wenn du wieder in Deutschland bist.' Er HAT sich gemeldet, und das war toll!! 
  • Hannes ... ist neu mit seinem Sohn Basti und Frau Chantal in die Sackgasse gezogen. Hannes ist mein Freund. Wir haben uns über eine Kontaktbörse im Internet kennengelernt, wobei Internet nur das Mittel zum Zweck darstellte. Nach wenigen Emails haben wir beschlossen, uns kennenlernen zu wollen, damit sich nicht irgendwer Hoffnungen macht, die sich nach monatelangem Schreiben in der Realität wie Seifenblasen zerplatzen. Wir haben uns am 10. März kennengelernt, und es hat gleich gefunkt. Seit dem 15. März sind wir zusammen, wir waren gemeinsam im Urlaub mit unserer beiden Kinder, auch Fridolin mag Hannes. Hannes ist genau wie ich verheiratet - noch - und hat einen Sohn, der unwesentlich jünger als Fridolin ist, die beiden verstehen sich gut, und wir hatten sowohl im Urlaub als auch hinterher schon eine schöne Zeit miteinander. Chantal ist Hannes' Nochfrau. Sie hat ihn Ende letzten Jahres sitzen lassen, funkt uns aber gewaltig in die Beziehung, weil sie irgendwie nicht wirklich weiß, was sie will.
  • Fritz wohnt ... in meinem Herzen. Ich würde ihn als meinen 'lover' bezeichnen, meine 'außereheliche Beziehung', meine 'Affäre', meinen Freund. Er gibt mir genau das, was ich schon so lange vermisse. Zumindest in der Theorie. Wir haben uns im März auf einer Trekking-Tour kennengelernt, er war mein 'guide'. Leider wohnt er viel zu weit weg. Aber ... ich lerne, mit wenig zufrieden zu sein. Außerdem: wenig ist mehr als nix.
  • Pipo kenne ich seit 1999. Nicht persönlich. Internet-Bekanntschaft. Mehr als das. Internet-Freundschaft. Nächtelange Telefonate von Argentinien nach Guatemala, von Ecuador nach Mexico, von Uruguay nach Mexico. Muchissimas gracias, Subcomandante! Te quiero mucho.
  • Jean-Luc ist auch eine Internet-Freundschaft. Kenne ich genauso lange, allerdings auch persönlich. Genauso hilfreich und wichtig. Leider nur, wenn ich auf ihn zugehe. Einseitig. Hm, muss mir noch überlegen, ob ich das weiter so möchte, wohl eher nicht.
  • Noch nicht allzulange wohnt Franz in der Sackgasse. Ein Cousin 65. Grades (?!). Wir 'kennen' uns erst seit Anfang Februar, aber ... das Universum möchte auf die vielen langen Emails since nicht mehr verzichten. Behaupte ich jetzt einfach mal. Er hat sich mittlerweile, zusammen mit Fernando, zu meinem zweitbesten Freund entwickelt. Ich bin ihm unwahrscheinlich dankbar für seine lieben Worte. Leider auch kein Freund, zu dem ich schnell gehen kann, wenn was ist, denn er wohnt 300 km weit weg.
Nette Menschen 'vom Fach':
  • Meine Psychotherapeutin, nennen wir sie Frau Sommer, war mir von Oktober 2010 bis März 2011 enorm wichtig. Frau Sommer, weil der Sommer meine liebste Jahreszeit ist, Sonnenschein, Wärme, gute Laune. Seit ich sie gefunden habe, ging es bergauf ... also ... nicht wirklich steil oder so, weil ständig neue Schicksalsschläge wie das mit dem plötzlichen Tod meines kleinen Hundes dazwischen kommen. Aber immerhin ging es bergauf. Das ist doch schon mal was. Ich ergebe mich nicht mehr gnadenlos meinem Schicksal, und hoffe, so nach und nach aufarbeiten zu können, was passiert ist in der Vergangenheit und was nach wie vor passiert. Sie gab mir Denkanstöße, und brachte Bewegung in die Sache. Sie war es, die mich auf den Trichter brachte, professionelle Hilfe für Fred zu suchen, weil nicht ICH es sei, die depressiv gewesen ist. Im März 2010 war es allerdings an der Zeit, mich von ihr zu trennen. Nicht aus persönlichen Motiven, ich hatte sie selbst bezahlt; da aber langsam ersichtlich wurde, dass ich noch länger Hilfe brauchen werde, musste ich mir andere Hilfe suchen. Unabhängig davon bin ich der Ansicht, dass ich flexibel sein muss, denn nicht eine Therapeutin oder ein Therapeut rettet mich, das muss ich schon alleine tun. Frau Sommer war mir aber eine enorm riesengroße Unterstützung, die ich nicht hätte missen mögen, sie kam genau zur richtigen Zeit.
  • Auch 'einer, der's für Geld machte', war ... nennen wir ihn Felix. In Ergänzung zu Frau Sommer das 'gemischte Doppel'. Ideal. Hier konnte ich schriftlich reflektieren, was in den Sitzungen mit Frau Sommer heraus kam. Umgedreht konnte ich auf die Erkenntnisse, die ich im Email-Wechsel mit ihm erlangte, in der Therapie aufbauen.
  • Herr Hecht war von Dezember 2010 bis März 2011 unser Eheberater. Eine zeitlang tat er gut, dann war es notwendig, dass wir uns von ihm trennten. Ich hatte ständig das Gefühl, dass der Hauptschwerpunkt unserer Therapie nicht die Arbeit an unserer Beziehung gewesen sei, sondern dass ich mich ständig in meiner Persönlichkeit rechtfertigen musste. Außerdem implizierte er Fred, dass Fred schwach sei, weil ich so dominant sei. Falsch! Verhängnisvoll!
  • Frau Siebenbürger ist Fred's Therapeutin. Von ihr halte ich gar nichts. Natürlich kann ich mir nicht anmaßen, das mit Sicherheit zu sagen, aber ich habe das Gefühl, dass ihre Therapie fußt auf einer Aussage Fred's, dass ich dominant sei. Dies wiederum hat Herr Hecht mal gesagt. WARUM ich dominant bin/war, scheint dabei keine Rolle zu spielen. Ihr Therapieziel für Fred scheint zu sein, 'sein Selbstbewusstsein stärken, damit er mich niederwalzen kann'. Unabhängig davon war ich irgendwann mal mit Fred in einer Sitzung bei ihr ...  meine Information, bevor ich dort hin ging war, um ihn zu unterstützen. Sie nutzte die Stunde aber, um mir klar zu machen, dass ich an allem Schuld habe, dass es kein Wunder sei, dass der arme Fred ist, wie er ist, wenn ich so dominant-böse ist, was soll er denn auch machen, ihm bleibt ja keine andere Wahl, als zu sein wie er ist, und überhaupt ... Freunde, die bei einem Umzug helfen?! Neiiiiiin ... abartig ist das! Der normale Mensch LÄSST umziehen, ob man sich das leisten kann, ist egal und sowieso und überhaupt.
  •  Herr Wein ist unser 'neuer' Eheberater, er erkennt die Problematik scheinbar, ich fühle mich von ihm verstanden. Schade, dass die Abstände zwischen den Terminen dort zu groß sind, so dass es eigentlich wenig Sinn macht.
  • Herr Klavier ist MEIN neuer Therapeut. Ich war bis jetzt vier Mal bei ihm, er versteht mich, schenkt mir Verständnis, Zuversicht, hilft mir beim Atmen, nimmt mir meine Angst. Am liebsten würde ich mich dort auf seinem Sessel einrollen wie eine Katze und nie mehr weg gehen.
    Selbstverständlich gibt es noch viele andere Menschen in meinem Leben, Freunde, Nachbarn, Bekannte, auf dieser Seite werde ich aber nur diejenigen aufführen, welche in direktem Zusammenhang mit den von mir angesprochenen Vorkommnissen stehen. Ihnen allen bin ich für die seelische Unterstützung, Babysitten etc etc sehr dankbar!!

    Durch Abwesenheit glänzen:
    • Ferdinand Fröhlich, der Mann von Frida Fröhlich, Vater von Friederike
    • Oskar und  Otilie Otto, die Eltern von Fred Fröhlich. 
    • Martin und Martina Muck mit ihren Töchtern Mimi und Mecki; Martina Muck ist die Schwester von Fred Fröhlich, also meine Schwägerin 1 mit Familie
    • Pepe und Pipi Puck mit ihren Töchtern Pips und Pups; Pipi Puck ist die zweite Schwester von Fred Fröhlich, also meine Schwägerin 2 mit Familie
    Auch noch da, aber ohne großen Bezug sind:
    Stilaugen-Schorsch, unser Doppelhaushälften-Nachbar. Als wir hier einzogen, war ich noch "etwas" (heißt: bedeutend) schlanker, und wann immer es ging, zeigte Stilaugen-Schorsch verdammt auffälliges Interesse. Er ist ähm, 41 (alter Knacker), und hat zusammen mit seiner Frau Lilo Lollofee eine Tochter namens NATALIEEEEEEEEEEE!!!!
    Die Familie nimmt insofern Einfluss in unser Leben, als dass Lilo permanent Natalieeeeeeeeeeeeeee zusammenstaucht, Natalie ist ein lautes, hyperaktives Kind, und zu allem Überfluss haben sie noch einen blöden Kläff-Hund, der im wahrsten Sinn des Wortes mit seinem Gebell an meinen Nerven zerrt.