Donnerstag, 23. Juni 2011

Princess

Mann kam gestern nach seiner Therapiestunde mit Blumen an, um sich zu entschuldigen für den verbalen Ausrutscher vorgestern. Bei mir kam das nicht 100%ig an. Dafür, dass ich TIEF VERLETZT BIN, und dafür dass wieder ein Stück unserer ‚Beziehung‘ kaputt ging mit seiner Beschimpfung, ist er heute zu gut drauf. Tut so, als wäre nichts mehr. Klar: Er hat sich entschuldigt, dafür ist die Sache für ihn gegessen.

Aber:
- Ich bin einfach ZU verletzt, das sind ZU viele Demütigungen, Respektlosigkeiten, die er im Übrigen NICHT einsieht, als dass die Sache für mich einfach gegessen sein könnte, und ich weitermachen könnte wie vorher.

- Außerdem stelle ich seine ernsthafte Motivation hinter der Entschuldigung in Frage. Ja, er hat sich paarmal entschuldigt, mit dem Blumenstrauß, per Email. Aber ich kann nix machen, es kommt bei mir halbherzig rüber. So als hätte er sich entschuldigt, um sich zu entschuldigen. Er hat seine Entschuldigungs-Pflicht getan, damit ist die Sache – für IHN – gegessen. „Jetzt liegt es an dir, ob du meine Entschuldigung annimmst oder nicht.“ Ganz toll! Klartext: er hat seine Weste reingewaschen, damit liegt die Verantwortung für die schlechte Stimmung bei MIR. Dumm nur, dass die Weste mit dem falschen Waschmittel gewaschen wurde, und jetzt nicht mehr reinweiß ist, was sie Übrigen schon vorher nicht mehr war.

Gefühlstechnisch kann und möchte ich ihm das nicht so einfach verzeihen. Vor allen Dingen habe ich die berechtigte Befürchtung, dass sich dann nichts, aber auch gar nichts ändern wird, wenn ich ‚nachgebe‘. Ob es sich allerdings ändern wird, wenn ich ihm nicht verzeihe? Jetzt (noch) nicht?! Auch wenn ICH jetzt die Nachtragende, die Unnachgiebige bin. Toll. Dass der Schwarze Peter jetzt bei mir liegt, während er so tut, als wäre nichts, ärgert mich am allermeisten.

Und jetzt? Wenn es nach meinem Gefühl geht, möchte ich erst mal NICHT nachgeben, ich brauche Abstand, Ruhe, muss Kraft sammeln, und gesund werden?!