Mittwoch, 19. September 2012

Verbindlichkeiten

Was sind schon Verpflichtungen und Verbindlichkeiten?! Dinge, an die ich mich zu halten habe, die ansonsten aber für niemanden zu gelten scheinen.
 
Demnächst feiert eine meiner Schwägerinnen, Fred's Schwester, einen runden Geburtstag. Ich bin offiziell eingeladen, mitzugehen. Wozu? Hat Fred seiner Familie noch immer keinen reinen Wein eingeschenkt, was unsere 'Beziehung' angeht? Familie ... ich habe mich immer nach Zugehörigkeit gesehnt. Zu jemandem gehören. Ich habe darum gekämpft. In Fred's Familie ist alles Fassade. Die Fassade steht gut, und wackelt nicht, selbst im stärksten Orkan wird blind über Probleme hinweg gelacht. Ich mag nicht wirklich hingehen, und beim Fassade-Spiel mitmachen. Aus diesem Stadium bin ich heraus. Gewachsen. Ich wollte dazu gehörend sein. Aber Fassade-Spielen war nicht mein Ding. Ich merkte mir selbst an, dass ich mich in dieser aufgezwängten Rolle nicht wohl fühlte. 'Man' sah es mir nicht an, 'man' sah nur, was man sehen wollte. Interessierte Menschen, aufrichtige Menschen sahen das. Klar, was ich nicht sehe, ist nicht existent. Die drei Affen. Nichts sehen, nichts hören, nichts sprechen.
 
Was ich hier schreibe, ist nicht zu 1000% aufrichtig, zu 999% lediglich. Ich finde nicht das Gefühl von vorhin wieder, als mir so viele Dinge durch den Kopf gehen, die ich nun aufschreiben könnte, wenn sie nicht weg wären. Gedankenfäden, die viel schneller vorüber ziehen, als ich nach ihnen greifen kann.
 
So schreibe ich in diesem Augenblick viel, große Mengen Text, in der Hoffnung, das Gefühl von vorhin nochmal wiederzufinden, den Gedankenfadenanfang ergreifen nd festhalten zu können, um ihn weiterführen zu können. Ich habe nicht auf mich selbst geachtet. Ich war nicht bei mir, jetzt ist er weg.