Mittwoch, 30. Januar 2013

Sklaven der Leidenschaft

Als Kind war ich über weite Strecken

- Einerseits Partner-Ersatz für meine Mutter. Ich bin mehr oder weniger in Konzerthallen, Sporthallen, Kunstmuseen aufgewachsen. Meine Tante hat ihr mal einen Brief geschrieben, dass das kein gutes Verhältnis sei. Im Nachhinein gebe ich meiner Tante Recht. Ich WAR Partner-Ersatz für meine Mutter. Dennoch: Musik, Sport und Kunst/Kultur haben mich nachhaltig geprägt, dafür bin ich meiner Mutter sehr dankbar. Denn umgedreht: muss eine Mutter, nur weil sie aus welchen Gründen auch immer, alleine mit ihrem Kind ist, ihr eigenes Leben EINSTELLEN?! Nein! So war ich oft das einzige Kind unter vielen Erwachsenen. In Kunstausstellungen eben, in teuren Restaurants. Das hat mich geprägt, und ich möchte das im Nachhinein nicht missen. Viel davon macht mich auch heute noch aus!!! Dennoch hat mir genau DAS meine Kindheit oft auch unglaublich schwer gemacht. Sie hat sich immer geschmückt mit Worten wie "Irgendein Mutter-Kind-Kurs wäre ja niiiiiie im Leben was für mich gewesen". Aber genau DAS hätte ICH gebraucht, denn ich war ein KIND, dass unter dem sehr frühen Tod seines Vaters gelitten hat!

- Andererseits ließ sie mich aber auch oft genug wissen, was WEGEN MEINER EXISTENZ für sie alles nicht möglich sei.

Alle Konflikte, die eine Mutter in einer 'normalen' Familie
- mit sich selbst
- mit ihren Kindern - verteilt auf mehrere Geschwister
- mit ihrem Partner
- eventuell mit den eigenen Eltern
austrägt, hat meine Mutter mit MIR ausgetragen.
ICH war die Schuldige.
IMMER. Und an ALLEM.

Jetzt weiß ich's besser.
Ich habe viel gelernt.

Ich komme darauf, weil die Situation für Fridolin auch nicht leicht ist - Parallele. Aber ich werde es IHM einfacher machen.
Seine Kindheit bewahren!
Er IST sehr sehr reif, den Gleichaltrigen weit voraus,
aber deswegen darf er AUCH noch der Fünfjährige sein, der er IST.
Er muss keine Rolle spielen.
Er darf AUCH Baby sein, schwach und klein, das bei der Mami im Bett schläft.
Ich weiß, dass das richtig ist in dieser Zeit.
Tut ihm gut, Zähneknirschen ist fast ganz weg!
Das führe ich direkt auf die Geborgenheit zurück, die ICH ihm gebe.