Dienstag, 28. Juni 2011

Die Macht der Psyche

Merke: Ich muss GANZ unten anfangen mit dem Gesundwerden. Habe heute
geschafft, eine Waschmaschine anzumachen. War zwingend notwending,
denn sonst wäre ich nicht in den Keller gekommen, um festzustellen,
dass immernoch kein Mineralwasser da ist. King bin ich, wenn ich
nachher schaffe, sie auszuleeren und die Wäsche aufzuhängen. Und:
schaffe es jetzt, aufzustehen, um mich zum Lesen auf die Dachterrasse
zu setzen. Man muss mit wenig zufrieden sein. Mit sehr wenig. Mein
Körper will das so. Ob mein Geist damit klar kommt, oder nicht. Halt,
ach ja ... Akzeptieren, was ist. Nur so komme ich da raus.

Jeder ist sich selbst der Nächste.


Paulina se fue de viaje

Reiseführer

"Das Buch meines Lebens ist ein Reiseführer."

Das stimmt mich gerade nachdenklich. Schreibe ich das Buch meines Lebens, wie so eine Art Tagebuch? Ist das Buch meines Lebens schon geschrieben und mir bleibt, darin herum zu blättern, mich hinzusetzen und dieses Buch zu LESEN? Merke gerade, dass der Unterschied zwischen LEBEN und LESEN nur ein einziger Buchstabe. "Lesen" ist also keine so starre Angelegenheit, wie man zunächst glauben könnte. Genau wie beim Zuhören, man kann aktiv und passiv zuhören.
Wie sieht das Buch meines Lebens überhaupt aus? Hat es bedruckte Seiten wie ein Roman? Gibt es eine sinnvolle Gliederung? Ist eine sinnvolle Gliederung überhaupt möglich? Ist eine solche Gliederung, oder nennen wir es 'Inhaltsverzeichnis' überhaupt zwingend notwendig?
Oder ist das Buch meines Lebens eine lose Blattsammlung (sehr wahrscheinlich ist das, da Paulina Perfectionista gerne an sich selbst scheitert)?! Oder ist das Buch meines Lebens vielleicht so eine Art Moleskine-Notizbuch (die mit dem schönen schwarzen Einband), in dem schon ein paar Stichworte stehen, vielleicht auch ein paar Seiten beschriftet sind, ich aber die Möglichkeit habe, selbst auch was reinzukleben ... Eintrittskarten, Fotos, ... und selbst auch was dazu schreiben, mitgestalten kann? Eine Art 'Arbeitsheft' vielleicht?!

Also entweder ich werde gerade wirklich WAHNSINNIG (was mich ernsthaft nicht verwundern würde, habe diesen Gedanken sogar schon bei meinem Therapeuten vorgebracht, aber er konnte mich dahin gehend beruhigen ... - OH MEIN GOTT!), oder aber die oben stehenden Gedanken sind wieder so ein 'click'. Liebes Hirn, schalte doch jetzt bitte einfach AB! Beim Löwenzahn ging das doch früher auch immer. IMMER!

Akzeptanz

Bisher habe ich mich immer für einen sehr akzeptierenden Menschen  gehalten. Was schief gelaufen ist in der Vergangenheit, ist doof,  manches Mal auch saudoof. Aber da es in der Vergangenheit liegt, nicht
zu ändern. Was bringt es mir im Hinblick auf meine Lebensqualität dann, wenn ich mich groß aufrege über Dinge, die ich nicht mehr rückgängig machen kann oder die zu ändern nicht in meiner Macht
steht?! Dann konzentriere ich mich lieber auf Gegenwart und Zukunft und überlege, was ich verbessern kann.
Dass 'Akzeptanz' aber noch viel weiter geht, lerne ich erst in den letzten Tagen und Wochen.
Danke, Herrn Klavier, es hat gerade 'click' gemacht.

Montag, 27. Juni 2011

Marc O' Polo

Shirt ist wieder sauber. Letztes Motz-Update für jetzt. Ärgere mich über mich selbst, weil ICH meinen Ärger auch mal einfach hätte runterschlucken können. DAS kann ich normalerweise gut. Heute nicht. Bin sonst keine Meckertante. Mist, Mist, Mist. Aber ärgerlich war's trotzdem ... .

Außerdem nervt mich an mir selbst, wie oft ich in letzter Zeit (seit jetzt exakt zwei Wochen) das Wörtchen 'aber' benutze, um ... ja, warum eigentlich? Als Ausrede vor mir selbst. Ungut. Das habe ich vorher nie gemacht, weil ich auch bei anderen Leuten das nie leiden konnte, insbesondere mein Mann mit seinem elendigen 'Ja aber'.

Immerhin: Problem erkannt, Problem gebannt.

Chop Suey

Mann Mann Mann, ich wusste gar nicht, dass ich neben ein paar anderen Sprachen, jetzt auch CHINESISCH kann!!!!

Außerdem musste ich vorhin einschreiten, weil Mann den Sohnemann unverhältnismäßig zusammengestaucht hat. Nicht das erste Mal. Mann, das Kind ist erst VIER und sowieso und überhaupt fällt auf, dass Sohnemann die gleichen Probleme hat mit meinem Mann wie ich auch. Mann akzeptiert nicht mal, wenn Junior deutlich sagt, dass er seine Ruhe will. Er diskutiert selbst mit einem Vierjährigen alles aus, bis es nicht mehr lustig ist. "Wer soll dich ins Bett bringen?" "Was willst du zum Abendessen?" "Was sollen wir heute machen?" (Kind sagt dann schon ganz richtig: "ICH will blablabla.") Ja. Das Problem meines Mannes wird mir immer deutlicher. Umgedreht rechtfertigt er sich selbst dem Sohn gegenüber, wo schon längst ein Schlussstrich gezogen gehört: ER ist der Erwachsene.
Dann wieder diese blöden Drohungen an meinen Sohn. Ach menno.

Erkenntnis: Mann hat mit Sohn die gleichen Probleme, wie ich mit Mann.

Wobei mein Sohn - noch mehr als ich - damit überfordert ist, immer alles entscheiden zu müssen. Das kann doch alles nicht wahr sein!

Nachtschlaf

Es war dann doch fast 3 Uhr, bis ich finally eingeschlafen bin, zu
Ende war die Nacht um kurz vor 7 Uhr. Hm. Nicht toll.
Fred hat gestern gefragt, ob ich heute Fridolin in den Kindergarten
bringen könnte. Nein. Also, ich würde echt gerne; jeder hier weiß,
wie gerne ich dort hin gehe ... aber ehrlich und aufrichtig: Ich
schaffe es nicht, es wäre grob fahrlässig, würde ich so
amStraßenverkehr teilnehmen.

Wieso duzt Theo Zwanziger Dunja Hayali, während sie ihn siezt?! Und
wieso nennt er die Nationalspielerinnen MÄDCHEN?!

Erwachsensein

Ein kleines Kind bin ich nicht, aber eine erwachsene Frau?! BIN ich erwachsen? Will ich das sein? Muss ich das sein? Und was bedeutet 'erwachsen' überhaupt?!
Abgrenzen kann ich mich weder von meinem Mann, noch von meiner Mutter.
Nein, ich muss mir weder die Beschimpfungen meiner Mutter bieten lassen, noch die meines Mannes, noch von sonst irgendwem. Ich habe allerdings auch nix dagegen zu setzen, außer Wut, Weinen, Rückzug. --> Baustelle

Ach ja, Mann hat gerade den Sohnemann aus dem Kiga abgeholt ... das erste, was ich sehe ist, dass Sohnemann sein WEIßES Marc 'O Polo - Poloshirt anhat ... und drauf 100 Tomatensaucenflecken und 1000 Matschflecken. MANN EY, für was kaufe ich für das Kind KINDERGARTENKLEIDER und eben NICHT-KINDERGARTENKLEIDER?! Und wenn ich mich darüber aufrege, heißt, dass man mir nichts recht machen kann. Sonst fragt er doch auch wegen jedem Schrott. Früher hat er sogar aus dem Supermarkt angerufen und gefragt, ob er die dreieckigen oder lieber doch die viereckigen Tomaten mitbringen soll, wenn ich einfach 'Tomaten' auf den Zettel geschrieben hatte ... Naja egal, wir haben ja die Kohle, dem Kind permanent ständig neue Anziehklamotten zu kaufen, nur weil er das nicht checkt. Soll ich den Kleiderschrank vielleicht beschriften, oder wie?! Nur weil er so vergammelt rumläuft, heißt das nicht, dass ich will, dass unser Sohn das auch tut. Nein, er läuft nicht wirklich vergammelt rum. Naja, die Socken haben Löcher. Alle. Immer. Hosen kauft er sich einmal im Jahr eine neue. Auf allen Familienfeiern immer das gleiche Hemd. "Ich bin halt so." oder "Sei doch froh, dass mir andere Dinge wichtiger sind, als Äußerlichkeiten." Ach ja? Welche sollen das bitteschön sein?!

Ach ja, der Sohnemann hätte heute früh gesagt, dass er das Shirt anziehen wolle. Und wenn der Sohn sagt "Kauf mir ein Auto", kauft er ihm dann auch ein Auto?!

Und was mache ich jetzt mit der Akzeptanz?! Es macht grade nicht 'click'. Ich kann's nicht ändern, das Shirt IST jetzt dreckig. Verhunzt. Wünsche ihm sehr, dass es wieder sauber wird ... .

Die Entdeckung der Langsamkeit

Ich empfand den Satz "Traurigkeit macht langsam" als sinnvoll, stimmig. Schauen Sie sich doch mal in diesem Blog um ... das ist VOLL. Aber das ist nicht so voll, weil ich etwa Zeit hätte, mir was Tolles zu überlegen, was ich da rein schreibe, sondern weil an einem Tag so dermaßen viel passiert immer, dass ich mich nach Langeweile SEHNE! Langeweile und Langsamkeit. Ich weiß, dass wieder eine Zeit kommt, in der ich was schaffen werde. Für diese Dinge brauche ich Kraft. Viel Kraft. Diese Kraft habe ich im Augenblick nicht. Ich muss sie mir jetzt holen. Es fühlt sich richtig an, mich gerade zurück zu ziehen. In mir arbeitet gerade ganz viel. Und dieses, was da arbeitet, muss ich sorgsam behandeln, damit es nicht kaputt getreten wird.
So blöd das klingt ... wenn mich die ganzen Leute jetzt in Ruhe lassen, und ich meine KOMPLETT in Ruhe lassen, dann geht das hier am schnellsten vorbei. Ich liege ja immerhin nicht hier und ertrinke in Selbstmitleid oder so, sondern ich stelle Dinge fest. Habe Erkenntnisse, die mich weiterbringen. Arbeite an mir.
Mein Mann hat mich gestern beim Abendessen eine Reihe von Dingen gefragt "Kannst du dies tun?" "Kannst du jenes tun?" "Nein." Nicht, um ihn zu ärgern, sondern weil - das implizierten seine Fragen - ich tatsächlich nicht KANN. Und auch nicht können MUSS. Wenn er das nicht schafft, dann muss ER sich Hilfe holen. Punkt. Ich habe lange genug ihm geholfen, ich habe lange genug Hilfe für ihn gesucht, ich suche mir selbst meine Hilfe. Egoistisch? Nein. Lebenserhaltend für mich. Klingt doof und undankbar, ist aber so.

Träume Sind Schäume?!

Friederike Freudlos ... eigentlich habe ich mich auf Montag gefreut. Montag, also heute. Am Montag werde ich alles in Angriff nehmen. Jetzt ist Montag. Und was mache ich? Liege im Bett, kämpfe mit dem Kreislauf, mit dem Schlaf, aber am Allermeisten mit mir selbst. Mich zurück zu ziehen tut mir gut gerade. Und ich werde auch morgen noch nicht aufstehen können. Kraft sammeln. Akzeptieren, dass ich gerade keine Kraft habe, und wenn ich mich auf den Kopf stelle. Dafür sorgen, dass es meinem Pferd gut geht. Mann, es hat echt 'click' gemacht. Vermutlich müsste ich zum Arzt. Oder auch nicht. Was soll ich dort erzählen? Wer weiß das schon? Und selbst weenn ich das wüsste, wäre ich zu kraftlos, um hinzugehen, zu kraftlos, um im Wartezimmer zu sitzen, zu kraftlos, um der Ärztin alles zu erklären. Aber was sollte ich auch erklären? Ich weiß irgendwie selbst nicht, was ich habe. Aber Rückzug tut mir im Augenblick gut. Läden runter, dösen, wenn es denn geht, hier im Forum abhängen, Musik hören, lesen, schreiben, weinen, mit niemandem reden. "Traurigkeit macht langsam." Hat mein Therapeut gesagt. Das tut gerade gut, obwohl ich irgendwie auch traurig bin.

Nachtgieger

Gerade bin ich, aufgrund der schönen Erlebnisse vorhin, an einem Punkt
angelangt, an dem ich auf wackeligen Beinen kurz zu Fridolin runter
bin. Ich bin bereit, mit am Tisch zu Abend zu essen, zu mehr bin ich
nicht in der Lage, Fred muss das akzeptieren. Gehe nach dem Essen
gleich wieder hoch und schließe mich ein. Nicht abheben, Friederike,
das ist wichtig. Das gute Gefühl gerade bewahren. Akzeptieren, dass
sich schon wieder Angst mit hinein mischt.

Zu viel gegessen - Reis mit Pilzen

Schrottiger Kreislauf. Einmal die Treppe hoch gehen und es zieht mir
den Boden unter den Füßen weg. Ist halt so. Kann ich verstehen, liege
jetzt zwei Tage im Bett. Einmal hoch und runter zu gehen ist völlig in
Ordnung für jetzt. Ach, Herr Klavier ... Danke!

1.35 Uhr, hab grade nochmal die Übung gemacht.
Coffea C 30

Sonntag, 26. Juni 2011

Ruhig - Entspannt - Gelöst

Habe jetzt 15 Minuten Akzeptanz-Übung hinter mir und gerade noch 20
Minuten Autogenes Training mit Arnd Stein. Es hat etwas gedauert, bis
ich Zugang zum Autogenen Training gefunden habe, bis ich mich für die
Übung aufmachen konnte. Aber dann merkte ich, wie ich mich
tatsächlich entspannen konnten, und auf einmal kullerten die Tränen.
Ja, ich musste weinen vor Erleichterung, dass ich geschafft habe,
durchzuhalten. Aber noch viel mehr bin ich erleichtert, dass ich
geschafft habe, mich zu lösen. Das tut gut. So gut. Flash. Wahnsinn!

Wunschliste

Nach dem Nachtragen vieler Postings hier im Blog,
dem Überarbeiten der Anwohner-Liste,
dem Anlegen einer Wunschliste
und einer 15-minütigen Akzeptanz-Übung, die mir Herr Klavier geschenkt hat,
ist es mir jetzt extrem wichtig, sofort mit Autogenem Training weiter zu machen.

Schlüsselmoment

Akzeptieren, was da ist
Eine liebevolle Haltung einnehmen
Auch zu den Gedanken, die mich noch beschäftigen
Was heute schon war und was später noch sein wird
Aber ich halte keinen der Gedanken fest
Die Gedanken dürfen kommen und gehen.

Jetzt Geht Es Um Mich!

Tief durchatmen, Friederike, einfach nur tief durchatmen!

Let the Game begin

0.10 Uhr Let the Game begin
Bei  der DVD eingeschlafen
Jetzt: rechter Arm tut weh
Unruhe, Harndrang, wach

0.30 Uhr: Zipperlein, alles juckt. Fernseher an. 
0.34 Uhr: Haut tut großflächig weh, Arm und Hand, Bauch und Bein rechts.
Fernseher aus.
0.37 Uhr: Klo. Dachterrasse. Heiß!
0.39 Uhr: Haut tut weh, Füße eincremen
1 Uhr irgendwas: Glotze wieder an
5.56 Uhr: wach

Hab ne Kuhle in der Matratze. Hm.

8.27 Uhr: Totmüde. Einatmen. Ausatmen. Schlecht. Wenig Luft zum Atmen. Kreislauf zum Zusammenbruch zu gut, für alles andere zu schwach.

Habe seit zwei Wochen keinen Sport mehr gemacht. Fehlt mir. Geht irgendwie nicht, wenn Fred da ist, und geht nicht, wenn Fridolin Kindergarten-Ferien hat.

Frred beschwert sich auf unmögliche Weise, was ich alles nicht mache. Dass ich das nicht machen KANN, sieht er nicht, das ist ihm egal und davon will er auch nix wissen.
Gerade habe ich ein total seltsames Gefühl. Weiß auch nicht.

Friederike se fue de viaje

Nachgefragt

Ähm ... habe heute Nacht nach langem Kampf doch immerhin mal viereinhalb Stunden geschlafen. Wow! Werde das heute nochmal so machen wie gestern. Fred geht heute mit Fridolin Fahrrad fahren, und bisschen spielen, wenn ihm nicht irgendwas anderes wichtiger ist. Die Steuer jedenfalls nicht. Kleine Sachen 'lasse' ich ihn machen, da kann selbst mein Fred nichts kaputt machen (emotional bei irgendwem). Und dem Sohn tut das auch gut, mal wieder was mit dem Papa, er hat ihn ja schließlich lieb!
Gleichzeitig werde ich das heute nochmal so machen wie gestern: mich so weit wie möglich dem Ganzen entziehen. Gestern habe ich mich in meinem Zimmer eingesperrt, das war grandios!!
Also 'mich einsperren' klingt jetzt dramatischer, als es ist: ich habe 'hier oben' das Dachstudio als mein Zimmer: 60m² für mich alleine, hohe Decke, weil wir Pultdach haben, ein großes großes Fenster, das bis auf den Boden geht, ein großes Doppelfenster, das auf die Dachterrasse raus geht, und besagte Dachterrasse habe ich auch für mich, die hat nochmal so 20m² glaube ich. Dazu habe ich hier oben schön eingerichtet, mein schönes 1,40m-Bett, eine schöne Couch, mein riesiges Bücherregal, Musik, Fernseher (wobei ich den eher selten brauche), Laptop/Internet, Getränke, ... also hier lässt es sich leben.

Ja, weshalb ich noch bei ihm bin, frage ich mich auch des Öfteren. Zum Einen ist das die oft zitierte Angst vor den Konsequenzen einer Trennung, die Angst vor der eigenen Courage, die Angst, die mich gleichzeitig nahezu lähmt.

Zum Anderen der winzige Rest Hoffnung, denn ich KENNE ihn doch anders, und er hat eine Krankheit diagnostiziert bekommen, die man in der Theorie zumindest heilen kann, und dann geht 'das Böse' weg ... . Hm, gut, zugegeben, die Hoffnung, dass das noch was wird ist gering. Umgedreht bringt es mir nicht wirklich was, jetzt noch die Baustelle 'Trennung' aufzumachen. Wie meinte ein vermeintlicher ehemaliger Freund (einer, der sich gerne mit mir unterhalten hat, wenn ich auf ihn zugegangen bin, ansonsten war Funkstille ... brauche ich nicht mehr): Ich muss vorgehen wie im Feld-Lazarett - erst müssen die Schwerstverletzten irgendwie am Leben gehalten werden, DANN muss ich mich um die weniger Verwundeten kümmern. 'Schwerstverletzt' bin in diesem Falle ich selbst, da mein Körper ein Signal nach dem anderen abgibt, um mir mitzuteilen 'Stop! Bis hierhin und nicht weiter!'. Dementsprechend tut es mir gerade verdammt GUT, mich einfach zurückzuziehen, damit ich zu Kräften komme, um die nächste Baustelle zu bearbeiten. Ja, ich muss mich öffnen, das weiß ich ... mache ich auch im Rahmen meiner Möglichkeiten, und wie ich meine nicht schlecht.

Was die Lage etwas entspannen wird, ist die Tatsache, dass ab morgen wieder Kindergarten ist, also Fridolin wieder versorgt ist, und ich wieder einem anderen Rhythmus nachgehen kann, als die letzten zwei Wochen.

Normalerweise bringe ich ihn so bis 9 in den Kiga, wenn ich nach Hause komme, lese ich in aller Ruhe Zeitung, dann nehme ich mir eine Aufgabe vor (Wäsche - irgendwie extrem viel bei uns), dann hüpfe ich aufs Laufband, wenn ich den Schweinehund vertreiben kann, danach ist wieder Pause angesagt, dann Mittagessen (evtl), dann vielleicht noch eine Aufgabe, ausruhen, Sohn abholen, dann meistens mit Sohn einen Schlenker in die Stadt, weil wir keine Lust auf die negativen vibes daheim haben, dann Abendessen, Sohn Bett, und Ruhe. Jetzt die erste der beiden Ferienwochen war schön, weil ich da viele Sachen mit meinem Sohn unternommen habe, wir waren im Kindertheater, im Museum (mag er voll gerne) und und und.
Die zweite Woche war extrem anstrengend, weil sich der extreme Schlafmangel langsam aber sicher bemerkbar macht, wodurch die Woche nicht so verlief, wie ich mir das vorgestellt hatte, hatte auch für die vergangene Woche einiges mit Fridolin geplant, aber es GING nicht, dazu kamen die Ereignisse mit Fred, die mich umgehauen haben, und ich bin körperlich wie geistig gerade nicht in der Lage, meinen normalen Tagesablauf zu bewältigen. Ich muss das mit dem Schlaf dringend in den Griff bekommen!

Ab morgen geht Fridolin dann wieder in den Kindergarten, da habe ich auch wieder mehr Austausch mit anderen Eltern, mit den Erzieherinnen, und Zeit, die ganzen Sachen in Angriff zu nehmen, die ich mir vorgenommen habe ... wenn er daneben steht, kann ich einfach nicht im Frauenhaus anrufen etc etc. Geht nicht. Auch muss ich die Unterlagen für die Mutter-Kind-Kur fertig bekommen und letztlich ABSCHICKEN.

Was mir noch ein großer Brocken ist, ist die Tatsache, dass Frida so gut wie von gar nix hier Bescheid weiß. Ich weiß, dass sie sich ernsthafte Sorgen um mich macht - zu Recht - und wissen möchte, was los ist, ich weiß, dass es ihr in der Situation auch nicht gut geht, wodurch sie mich entsprechend behandelt. Manchmal hätte ich das große Bedürfnis danach, dass sie das einfach weiß.
Jetzt kommt das große ABER: mich ihr anzuvertrauen, würde nicht wirklich etwas an meiner Situation verbessern. Wenn ich ihr zu viel von mir preisgebe, manipuliert sie mich ohne Ende. Sie ist ein entscheidender Bestandteil meines Burnouts, das will und kann sie vermutlich gar nicht wahrhaben. Würde ich ihr das jetzt alles auftischen, was mit mir los ist, würde sie nur wieder austicken. So wie gestern, ich wusste genau, dass mehr als Small Talk am Telefon nur Streit bringen würde, und doch bin ich auf ihre blöden Spielchen eingegangen.

Ja! Wenn's auch schwierig ist, Fritz ist > 6000 km weit weg von mir.  Seltsamerweise ... naja, so seltsam ist das gar nicht. Meinem Mann gegenüber habe ich nicht so sehr ein schlechtes Gewissen, wie ihm gegenüber. Keine Ahnung, was uns, also Fritz und mir, die Zukunft bringt, die ist vermutlich schwarz, und wir haben keine wirkliche Chance, aber an die Zukunft denke ich im Augenblick sowieso nicht, maximal von heute auf morgen, mehr geht nicht. Im Moment tut es einfach gut, wenn da einer ist, der mir in regelmäßigen Abständen "Don't worry" ins Ohr haucht.

Apropos ... habe schon vor paar Wochen eine Einladung für Ende Oktober bekommen. Habe immernoch nicht geantwortet, weil ich nicht weiß, was ich drauf sagen soll, ich weiß ja nicht mal, ob ich dann noch lebe. Klingt jetzt dramatischer, als ich es meine, ich bin in keinster Weise suizidgefährdet, ich will damit nur sagen, dass ich erstmal schauen muss, dass ich nicht körperlich zusammenklappe, DANN erst kann ich weitersehen. Vermutlich werde ich am 21. Oktober entscheiden, ob ich da am 22. Oktober hingehe. Wobei ich gerade keinen sonderlichen Drang verspüre, auf eine Veranstaltung zu gehen, in der ich mit meinen 9 schlauen Cousins und Cousinen zusammen bin (die ich alle sehr mag in der Theorie), die alle sehr schlau sind, und studiert und tolle Karrieren vor sich haben und bei denen alles makellos läuft. Ratet mal ... ich war die Einzige, die durchgefallen ist (9. Klasse Gym, Mathe und Physik) von denen, und ich bin die einzige, die ein verkorkstes Leben hat. Die anderen konnten schon immer alles besser als ich, wovon Frida seit jeher begeistert war ... die sind auch alle mega-schlank und naja, Vorzeige-Kinder halt.

Was das In-Den-Urlaub-Fahren angeht ... 2008 haben wir unsere letzte schöne Reise zusammen gemacht, mit dem Wohnmobil durch Californien, das war auch ein Stück Vergangenheitsbewältigung für mich. Genial, weil wir so für den Hosenscheißer immer sein Bett hatten, nicht jeden Tag alles packen mussten, viele tolle Campingplätze auch in der Natur sind und und und. Aber ich sage euch, bis ich Fred dazu gekriegt habe, im Wohnmobil Urlaub zu machen, war mir die Lust schon halb vergangen. Hauptsache dagegen. Im Nachhinein muss er aber immer zugeben, dass meine Ideen gut sind. Also warum der Schrott mit der Ablehnung?! Das macht so viel kaputt ... .

Im August 2010 war ich mit Fred und Fridolin im Urlaub, das war oberätzend. Südtirol. Mag ich eigentlich total gerne. Fred ist Eis essen gegangen und mit Fridolin und mit ihm die Straße auf und ab gefahren, ich habe für action gesorgt ... und das gerade mal 3-jährige Kind mit dem Rädchen um den Kalterer See gescheucht. Klar hätte er es nicht schaffen können ... na und? Dann wären wir eben umgekehrt, wenn er platt gewesen wäre oder keine Lust mehr gehabt hätte. Hatte er aber, und deshalb war er stolz wie Oskar, als er es ganz rum geschafft hat!! Alles eine Frage der Einstellung.

Genauso ... im Mai war ich mit Fridolin alleine für paar Tage in der Schweiz. Mega-anstrengend, weil die Tatsache, dass ich nicht Auto fahre, die Sache nicht unbedingt erleichtert. Aber: ich habe einmal mehr festgestellt, dass ich das Auto gar nicht brauche. Also mit dem Sohn und dem ganzen Gepäck mit dem Zug nach Bern gefahren. Am allerschönsten dort fand mein Sohn an der ganzen Reise die eine lange Wanderung, die wir gemacht haben ... morgens früh um 8.30 Uhr los gelaufen, nachmittags um 17 Uhr wieder in unserem Gästehaus angekommen. Und er ist wirklich stramm gelaufen!! Wobei genau genommen alles schön war ... . Jetzt im Sommer wird's vermutlich schon stressig werden, weil wir a) kein Auto haben und b) ich ja das Camping-Zeug schleppen muss, inkl Zelt und allem Drum und Dran. Naja, wird schon ... .

Ach so, was ich schreiben wollte ... selbst für diesen Sommer hatte ich noch versucht, dass wir uns irgendwie zusammenraufen können und gemeinsam in die Sommerferien fahren. Fred hatte keine Lust auf irgendeinen der 1000 Vorschläge, die ich gebracht habe, wobei ich WEIß, dass ihm das unter normalen Umständen auch Spaß gemacht hätte. Es ging ihm ums Nein-Sagen, das hat ihm seine Therapeutin beigebracht. Egal was, Hauptsache NEIN oder JA ABER ... ohne zu überlegen. Selbstbewusstsein stärken. Über Leichen gehen - egal. Tolle Therapeutin!

Ich bin mir sicher, bei irgendeinem anderen Therapeuten wäre Fred besser aufgehoben als bei ihr. Bei einem anderen Therapeuten hätten WIR auch noch eine Chance, denn ganz krass formuliert: die Sache ist erst so dermaßen hoffnungslos wie sie ist, seit er zu dieser Therapeutin geht. 
Ich hätte ja gute Lust, ihr mal die Meinung zu sagen ... per Brief oder so. Mache ich selbstverständlich nicht. Aber das würde nichts nützen. Dann käme "Ja, du findest sie nicht gut, weil sie nicht das sagt, was du möchtest." Pf, als ob es darum ginge ... mir GING es mal darum, dass er wieder zu SICH findet, denn das, was ich hier SEHE, ist nicht ER. Das ist irgendwas Anderes, was unglaublich viel kaputt macht. Und mir ging es darum, dass er es schafft, sich wieder zu öffnen ... . Aber das kann ich mir mittlerweile wohl abschminken.

Samstag, 25. Juni 2011

Don't Worry!

Doch nochmal ... Herr Klavier gab mir auf, 'schädlichen Einflüssen' erst mal aus dem Weg zu gehen, und Kontakt zu Menschen zu suchen, die mir gut tun. Hm 'guttun' ist relativ, da ich mittlerweile Angst vor allem habe ... inkl anderer Menschen. Naja, Oberbegriff 'Angst vór Ablehnung'. Hatte die letzten Wochen selbst Angst vor meinem 'außerehelichen Freund', Angst vor hätte wäre könnte und der damit verbundenen Überforderung, aber: habe mich heute überwunden :-( ihn anzurufen. Die Verbindung war zwar mehr als bescheiden, vor allen Dingen hat's ewig gebraucht, bis ich durch kam, aber immerhin ... 'Don't worry' zu hören tat GUT!!

Prickelnd

20 Minten geschlafen. Muhahahahahahaha ... wann nimmt das endlich ein Ende?! Wie lange macht mein Organismus das noch mit?!

Haben kein Mineralwasser mehr da. Müsste Fred besorgen, er hat Geld und Auto. Kein Bock, ihn darauf hinzuweisen. Selbst DAGEGEN würde er irgendwas sagen. Hauptsache immer irgendwas gegen. Gegen. Gegen.

Er hat mich gestern gefragt, wem ich alles von seiner Depression erzählt hätte, ohne dass er mir "dazu die Freigabe gegeben hätte"!!!! Sind wir hier im Mittelalter oder wie?! Ja klar, ich kann verstehen, dass er nicht will, dass das an die große Glocke gehängt wird. Er ist ja nicht mal in der Lage, mir darin zu vertrauen, dass ich nicht mit einem Schild durch die Stadt renne 'Mein Mann hat Depression'. Darum geht's ja auch nicht. Ich habe ein Recht, mir Hilfe zu holen!!!

Auf die Frage, mit wem er reden würde, kam: mit dem alten Eheberater (einmal die Woche, 50 Minuten, mit mir im Raum, dort gehen wir seit März nicht mehr hin), mit seiner Therapeutin, einmal die Woche (die ihm beibringt, sich groß zu machen), und der neue Eheberater (denn wir auch gemeinsam alle 2 bis 3 Wochen sehen). Ist das REDEN?!

Wenn ich denke, ich habe die Erzieherinnen im Kiga, eine Mutter dort, die auch BO hatte, die mitfühlen, Austausch im bereits öfter erwähnten Forum, zwei richtig gute Freunde, die über ALLES Bescheid wissen), eine Tante, mit der ich gut reden kann, ja, auch der zweite Eheberater, die Hausärztin ist toll, der Neurologe, mein lieber Therapeut ... .

Ja ich weiß, ihm geht's beschissen. Er hätte nur meine Hilfe annehmen müssen, anstatt den Ast abzusägen, auf dem er sitzt. Mich.

Verzweiflung

Alles ganz schlimm heute. :-((

Ausweg

Ich bin ein einziger Trigger, alles triggert. Nicht mal Musik kann ich hören, ohne von irgendwelchen schrottigen Gefühlen überrumpelt zu werden.

Shine on you crazy diamond. Ich kann so gut verstehen, WARUM manche Menschen ... ach, schrottiger Gedankenmüll. Ich weiß nicht, WARUM mein Vater gemacht hat, was er gemacht hat, aber ich kann verdammt nochmal verstehen, dass man keinen Ausweg mehr weiß, was nicht bedeutet, dass ich es jemals in Erwägung ziehen würde.