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Dienstag, 1. Januar 2013

Pausenknopf

Ich war heute fleißig. Und bin dennoch gut bei mir.
Cappuccino (= Selbstfürsorge) schmeckt lecker, aber ich vertrag's einfach nicht. Hm. Geht mir schlecht, wenn ich's getrunken habe.

Wenn ich weiter bei mir bleiben und auf mich acht geben will, dann stecke ich mir jetzt kurz die Ohrstöpsel in die Ohren, während Fridolin unten im Keller an seinem Dinosaurier hämmert, höre ein bisschen Musik, und weine. Mir ist irgendwie grade danach. Kein bestimmter Grund. Keine Traurigkeit oder so. Druckausgleich. Machen. Jetzt. Nicht nur wieder davon reden/schreiben, und dann ist die Chance vorbei ... .

Den Song des Tages habe ich auch schon gekürt... .

You and I

So, nun ... Zeit zum Innehalten. Heute Morgen nach dem Aufstehen habe ich mit Fridolin "Michel muss mehr Männchen machen" angesehen. Schön. Die gute alte Zeit. Dann ging's weiter mit Spätstück. Ein bisschen mit Hannes telefoniert hier (und ausgemacht, dass wir am Donnerstag mit den Kindern in den Zirkus gehen), gestaubsaugt da, Termine für 2013 in den Kalender übertragen, sämtliche Termine für Gelben Sack und Altpapier rausgesucht und eingetragen, die Überreste unserer nicht-funktionierenden Konfetti-Kanone beseitigt, ganz schön viel Wäsche gewaschen, zusammengelegt, aufgeräumt, ein bisschen Gustav Gorky gelesen, Karten für ein Konzert mit Fridolin bestellt, und und und ... . Um ehrlich zu sein, habe ich nicht mal einen Plan, wann Fred wiederkommt. Heute spät oder morgen. Ich glaube heute. Ich könnte gut und gerne noch länger mit Fridolin alleine, viel Arbeit, aber ich bin beschäftigt, gut bei mir, und es macht einfach Spaß mit ihm. Mal sehen, wie lange Ordnung und Sauberkeit anhalten, wenn Fred wieder da ist. Ich bin jetzt eine Woche oder so alleine mit Fridolin, mache nicht großreine, aber wir achten eben drauf, dass wir ein schönes Zuhause haben, dass in Schuss gehalten werden will, damit wir uns hier wohlfühlen können.
 
Unterm Strich ganz schön viel geschafft für einen 1. Januar. Inklusive Selbstfürsorge. Gerade eben habe ich mir den ersten Cappuccino des noch jungen Jahres in meiner neuen Cappuccino-Tasse gegönnt. Ziemlich stark und superlecker! Fridolin hat mir sogar ein Plätzchen auf den Unterteller gelegt, damit's schön aussieht für mich. Mein Sohn eben. Nur leider muss ich einmal mehr feststellen, dass ich das Zeug einfach nicht vertrage. Mir ist schlecht. Kann doch nicht sein. Bäh.
 
Fridolin ist superbrav heute, hilft bisschen mit, und beschäftigt sich ansonsten selbst in seinem Zimmer. Vorhin war er draußen, eine Runde mit dem Rädchen drehen, aber es waren keine anderen Kinder da, und es hat zu nieseln begonnen. Jetzt steht er im Keller an seiner Werkbank, klopft einen Dinosaurier aus, den er zu Weihnachten bekommen hat, und ist glücklich. Ich habe derweil Pause ... oder wie auch immer man das nennt ... . Behämmertes Nichtstun. :-)

Samstag, 8. Dezember 2012

Torrone Morbido

Die Frage, was wohl aus meinem fünfjährigen Sohn, Fridolin, werden wird, wenn ich mich demnächst, im März, wirklich von Fred getrennt haben werde, lastet arg auf mir. Nehme ich ihm damit seine heile Kindheit? Was bedeutet schon 'heil'? War sie es jemals? Oder sind wir alle wirklich besser dran, wenn wir getrennte Wege gehen? Wenn es mir und uns nach der Trennung gut geht? Wird Fridolin mich irgendwann dafür hassen? Werde ich in der Lage sein, seine Bedürfnisse ausreichend abzudecken? Ist eine Trennung das kleinere Übel, gemessen an dem Schaden, den sich ewig streitende Eltern an sich selbst und am Kind verursachen?
 
Ja, Trennungen und Scheidungen sind schmerzhafte Erfahrungen. Ich werde mein Bestes tun, dass diese Trennung keine unvermeidliche Katastrophe für Fridolin werden wird, dass er betreut wird, und seine Bedürfnisse befriedigt werden, wie er es braucht. Kein Streit mehr, keine Aggressionen mehr. Das bezieht er ja auch auf sich selbst, denn er ist 50% Fred, und 50% ich. Welche Grundbedürfnisse hat Fridolin? Wie denkt und fühlt er?
 
Mein Fazit: es darf keine Rolle spielen, ob ich verheiratet bin, mit einem Mann zusammen oder nicht, und wie auch immer; egal, was mit mir ist, ich muss Fridolin's Bedürfnisse erkennen und befriedigen. Das wiederum kann mir nur gelingen, wenn es auch mir selbst gut geht! Ich muss die sein, die ich - wieder - bin!
 
In diesem Zusammenhang muss ich mir die Frage nach meinen Stärken stellen! Welche Stärken habe ich? Was macht mich aus? Was micht mich zu der, die ich bin?