Donnerstag, 3. Februar 2011

Traurig

Liebe Leserinnen und Leser,

die aktuellen Nachrichten machen mich traurig. So viele schlimme Sachen. Auch wenn's lächerlich klingt: mittlerweile macht es mich fertig, die Tagesschau zu sehen:

(dazu gestern ein bewegender Beitrag eines deutschen Lehrers bei "hart aber fair")
Was geschieht mittlerweile in Tunesien?
Und denkt noch jemand an den Drogenkrieg in Mexico?!

Ach ja, bezüglich Ägypten ... ich finde es mehr als bedenklich, wenn beispielsweise in England gerade jetzt Schnäppchenreisen nach Tunesien, Ägypten oder in den Jemen angeboten werden. Nein, liebes deutsches Fernsehen, dass irgendwelche hohlen Schnäppchen-Touris in ihren Hotels festsitzen müssen, wenn sie extra dorthin fliegen, und - oh weh oh weh - von Nahrungsmittelknappheit bedroht sind. Mir doch egal, wenn irgendwelche Schnäppchen-Prolls Hunger haben. Sie fressen den Einheimischen die Lebensgrundlage weg! Hallo, wacht mal langsam auf!!!

Neben all diesen traurigen Meldungen sagte Fridolin heute beim Abendessen, er wünsche sich zu seinem Geburtstag keine Geschenke, weil er sowieso genügend Spielsachen habe, sondern lieber Geld, das er in seinen Sparturm stecken wolle, wenn der voll sei, würde er ihn zur Sparkasse bringen, und das Geld auf sein Konto einzahlen, damit er sich was Großes kaufen könne, wenn er 8 Jahre alt sei. Wow! Das Kind ist 3! Ich bin stolz! :-)

Nachdenkliche Grüße,
Friederike Fröhlich

F 43.2

Anpassungsstörung

Hierbei handelt es sich um Zustände von subjektiver Bedrängnis und emotionaler Beeinträchtigung, die im Allgemeinen soziale Funktionen und Leistungen behindern und während des Anpassungsprozesses nach einer entscheidenden Lebensveränderung oder nach belastenden Lebensereignissen auftreten. Die Belastung kann das soziale Netz des Betroffenen beschädigt haben (wie bei einem Trauerfall oder bei Trennungserlebnissen) oder das weitere Umfeld sozialer Unterstützung oder soziale Werte (wie bei Emigration oder nach Flucht). Sie kann auch in einem größeren Entwicklungsschritt oder einer Krise bestehen (wie Schulbesuch, Elternschaft, Misserfolg, Erreichen eines ersehnten Zieles und Ruhestand). Die individuelle Prädisposition oder Vulnerabilität spielt bei dem möglichen Auftreten und bei der Form der Anpassungsstörung eine bedeutsame Rolle; es ist aber dennoch davon auszugehen, dass das Krankheitsbild ohne die Belastung nicht entstanden wäre. Die Anzeichen sind unterschiedlich und umfassen depressive Stimmung, Angst und Sorge (oder eine Mischung von diesen). Außerdem kann ein Gefühl bestehen, mit den alltäglichen Gegebenheiten nicht zurechtzukommen, diese nicht vorausplanen oder fortsetzen zu können. Störungen des Sozialverhaltens können insbesondere bei Jugendlichen ein zusätzliches Symptom sein.

Hervorstechendes Merkmal kann eine kurze oder längere depressive Reaktion oder eine Störung anderer Gefühle und des Sozialverhaltens sein.

Hospitalismus bei Kindern
Kulturschock
Trauerreaktion

Quelle: ICD-Code.de
Ok, das klingt zwar jetzt hart. Aber: zum Einen trifft die dargestellte Symptomatik den Nagel mehr als auf den Kopf und bestätigt alles in mir drin. Zum Anderen stellt eine Diagnose für mich etwas Greifbares dar, etwas, mit dem man arbeiten kann. - Mit dem Ziel, dass es weg geht.

In diesem Zusammenhang habe ich auch gelesen "Gemeint sind die Folgen stärkerer Belastungen (Traumen) in einem bestimmten Sinne: der Betroffenen kommt aus dem Gestörtsein nicht heraus, es gelingt ihm nicht die Bewältigung und die Anpassung an die neue Situation."

Ausgehend von "Hospitalismus" bin ich über "Deprivation" hierauf gestoßen:
Nestwärme ist das Gefühl von Geborgenheit, Vertrauen, Zuwendung und Liebe, die z.B. ein Kind in der Familie oder bei Verwandten findet. Auch unter guten Freunden oder in einer Ehe oder Lebensgemeinschaft ist Nestwärme möglich.
Nestwärme ist vor allem bei Babys und Kindern für die körperliche, geistige und seelische Entwicklung wichtig, damit es nicht zur Vernachlässigung und deren Folgeerscheinungen kommt.
Aber auch alte, kranke und hilflose Menschen benötigen Nestwärme, um ihr Leben in Würde fortsetzen und gesund werden zu können.
In Heimen, Krankenhäusern, Säuglingsstationen, Alten- oder Pflegeheimen oder anderen Institutionen bekommen Menschen häufig zu wenig Nestwärme. Sie sind daher von Vernachlässigung und Depressionen bedroht.

Quelle: Info Bitte
Was mir ein klein wenig Hoffnung gibt, ist der Satz "Die Störungen beginnen nach der Beschreibung etwa einen Monat nach dem Ereignis und verschwinden meistens spätestens nach sechs Monaten wieder". Was aber, wenn ich das schon seit Jahren habe?!

Arschloch

This one is for you, Fred!



Keine neue Erkenntnis. Schrei nach Liebe. Erkenntnisse bringen auch nicht unbedingt immer sofort weiter. Diese beispielsweise. Ich kann nichts mehr tun für Fred und ich will auch nichts mehr tun für ihn. Er macht wirklich alles kaputt. Sisyphos. Ich baue auf, er trampelt drauf. Er macht's vermutlich nicht mal willentlich. Aber: er tut auch nichts, um es wieder gut zu machen. Depression ist ein Arschloch. Und dass uns jetzt kein Unglück geschieht, dafür kann ich nicht garantieren. Das liegt nicht (mehr) in meiner Macht. Alles, was ich tun kann, habe ich getan. Mehr kann ich nicht mehr tun, ohne selbst dabei drauf zu gehen. Und alles nur, weil ich dich liebe. Oder dich geliebt habe?!

Montag, 31. Januar 2011

Im Kinderliederkarneval

Liebe Leserinnen und Leser,

Humppa! Nein, diese Art von Kinder-Volldröhnung sagt mir gar nicht zu. Habe ich nur gerade gehört, deshalb der Titel.

So, was soll ich schreiben?! Ich kann ja nicht mal sagen, dass zwischen gestern morgen und heute morgen viel passiert in meinem Leben. Das reicht ja niemals aus. Allein mit den letzten zwei Stunden könnte ich einen Roman füllen. Fred ist wieder vom Einkaufen zurück. Gottseidank! Beruhigend irgendwie. Er hat einen wunderschönen Blumenstrauß für morgen mitgebracht, der herrvorragend zu meinem indischen Elefanten-Tischtuch passt. Blaue Hyazinthen und noch bisschen was mit weißen Rosen dazwischen. Den Silberdraht außenrum habe ich weg gemacht :-))

Fred hat gleich in der Arbeit zurück gerufen, dort ist zum Glück alles in Ordnung. Sein Kollege wollte ihn nur über die neuesten Neuheiten, das Personalkarrussell in der Firma betreffend, auf dem Laufenden halten. Puh. Naja, wenn er ja jetzt schon die vierte Woche zu Hause, krank geschrieben ist, und dann einer aus seiner Arbeit hier anruft, was vom Chef 'nuschelt' (holländischer Akzent), dann mache ich mir halt so meine Gedanken. Klar. Hat sich aber ja jetzt glücklicherweise aufgeklärt.

So, dann ... irgendwie war ich komplett platt danach, und ... ja, irgendwie konnte ich nicht mehr, als auf der Couch liegen und heulen. Mir war alles zu viel. Die kleine Friederike Fröhlich, die einfach nur glücklich sein will. Aber zwischen ihr und dem Glück steht eine riesenhohe Eiswand.


Und ich stehe vor dieser riesigen Wand, und komme nicht mal im Ansatz hoch, geschweige denn drüber, egal was ich versuche, es ist einfach nur glatt. Je länger ich versuche, hochzuklettern, desto weniger Kraft habe ich, rutsche ab, fühle mich umso kleiner und die Wand wächst und wächst und wächst. Unüberwindbar hoch.

Ja, Fred meinte dann
"Man könnte fast meinen, du wärest hier die mit Depression."
Worauf ich ehrlicherweise antwortete
"Habe ich aber ganz 100% ig nicht."
"Was ist los?"
"Ich habe einen riesigen großen Burnout."

Jetzt isses raus, zumindest ihm gegenüber. Ok, danach war ihm wichtig, dass ich meine Therapie von der Kasse bezahlt bekomme; über das ominöse "WARUM?" weiß er immernoch nichts, weil er nicht fragt. Aber wollen wir mal nicht so sein. Für den Anfang war das bombig!!

So, und jetzt gehe ich duschen, und dann Kuchenbacken mit Fridolin.

Verschwitzte Grüße,
Friederike Fröhlich

Frankfurter Kranz

Liebe Leserinnen und Leser,

soviel wie ich die letzten paar Tage in meine Blogs poste, scheint es zu stimmen, dass der Laptop an meinen Fingern fest gepappt ist. Während ich das schreibe, liege ich übrigens im Bett, Kopf platzt und Nieren tun weh. Eigentlich müsste ich runter gehen, die Kochbücher holen und Fred eine Einkaufsliste schreiben. Morgen bekommen wir nämlich Besuch von M & J, die Schwester von Ferdinand mit ihrem Mann, aus den USA und einem gemeinsamen Verwandten, P aus B, bei dem sie zu Besuch sind. Jedenfalls ist noch viel zu tun, angefangen von aufräumen über Kuchenbacken zu einkaufen und Kaffeemaschine holen. Da wir ja ein Nicht-Kaffeetrinker-Haushalt sind, besitzen wir keine Kaffeemaschine, also müssen wir uns eine bei Fred's Schwester, Pipi Puck, ausleihen. Immerhin.

Gelassenheit gewinnt man nur in der Besinnung auf das Wesentliche.
Georg Moser

Tja, hätte Fred sich im letzten Jahr auch nur einmal daran gehalten, hätte uns das eine Menge Ehekrise erspart. Was ich damit sagen will ... während ich im letzten Jahr so richtig krank war mit meinem Nieren-Zeug, im Bett lag und still vor mich hin gelitten habe, hat Fred vorgezogen, das sowieso schon saubere Haus noch sauberer zu putzen und was weiß ich für Dinge zu tun, anstatt für MICH da zu sein. Und nein, ich erwarte keine Rundum-Versorgung, darum geht es mir ja gar nicht. Stichwort 'Füreinander Dasein'. Bisweilen lag ich schon in meinem 'damals' noch nicht fertig eingerichteten Dachstudio und hospitalisierte so vor mich hin. Der Einzige, der sich um mich kümmerte, war der kleine Fridolin. Traurig. Ja, ich denke schon, dass ich ein Mensch bin, der den viel bemühten 'Sinn fürs Wesentliche' hat. Fred hatte ihn in diesem Augenblick nicht. Schade. Liegt aber wohl auch in seiner Depression begründet.

Ach ja, ich habe die Bremse reingehauen ... zumindest der Termin bei Herrn Hecht heute ist mal abgesagt. Immerhin.

So, jetzt muss ich mich wirklich mal um die Einkaufsliste kümmern. - Erledigt!

In der Zwischenzeit bin ich jetzt ewig sinnlos im Netz rumgesurft und liege noch immer im Bett. Außerdem hat ein Kollege aus Fred's Arbeit angerufen, sein Chef würde ihn sprechen wollen. Ich habe ein verdammt ungutes Gefühl deswegen, weil Fred ja nun schon seit drei Wochen zu Hause ist. Hoffentlich bleibt das ohne Auswirkungen! Hoffentlich! Hoffentlich!

Nun ja. Punkt 12 Uhr werde ich aufstehen. Keine Widerrede.

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Update 12.25 Uhr:
Ich BIN aufgestanden und habe den Tisch für morgen reserviert. Aber ich kann Fred nicht erreichen, er hat sein Handy nicht dabei. Das macht mich richtig hibbelig. Nicht gut. Ich mache mir Sorgen wegen seiner Arbeit. Genau habe ich seinen Kollegen am Telefon nicht verstanden, aber es ging irgendwie in die Richtung 'sein Chef wolle wissen, wie lange er noch krank sei'. Mir ist richtig schlecht vor Aufregung und ich bin im Augenblick nicht wirklich dazu in der Lage, irgendetwas Sinnvolles zu tun, geschweige denn das, was ich eigentlich tun MÜSSTE!
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Update 12.35 Uhr:
Mist, Mist, Mist! Es fängt gerade an, mir schlecht zu gehen, und ich kann nichts dagegen tun. Nur Schreiben lenkt ab. Ich will das nicht! Angst. Sorgen. Bauchweh. Schlecht. Sinnlos. Und die Nieren schmerzen ... . Selbstdisziplin?! Fehlanzeige! :-((

Essen: 100 g getrocknete Mangoscheiben

Wo Fred nur bleibt?!

Neblige Grüße,
Friederike Fröhlich

Eheberatung

Liebe Leserinnen und Leser,

Eine chinesische Weisheit sagt

"Wenn du es eilig hast, mache einen Umweg."

Wie wahr! Nun bin ich zwangsweise ruhig gestellt. Krankheit - auch eine Form des Einhalt-Gebietens, die sprichwörtliche Bremse 'reinhauen'. Nun ist es fast eine Woche her, seit Fred und ich den letzten Termin bei der Eheberatung hatten, und ich komme erst jetzt, eine Nacht vor der nächsten Sitzung, dazu, vom letzten Mal zu berichten. Typisch.

Tatsächlich habe ich mich getraut zu sagen, dass ich mich in der vorigen Sitzung, als es darum ging, dass ich mehr oder weniger die 'Domina' sei, sehr unwohl gefühlt hätte. Außerdem hatte Fred für sich in Anspruch genommen, dass wir bei unserer Prioritätenliste mit dem 'kleinsten Beziehungsproblem' beginnen sollten, um den jeweils anderen nicht gleich zu überrollen. Nun ja. Schön, dass Fred das für sich in Anspruch genommen hat - er hielt sich mir gegenüber jedenfalls nicht daran. Nicht die feine englische Art.

Deswegen hatte ich den Vorschlag, dass jeder von uns doch mal seine Schwächen nennen könnte. Herr Hecht griff das auf, und so stellte Fred seine Anteile "mürrisch", "Lethargie" und "Solidität" meinen "Perfektionismus", "fordernd" und "Unsicherheit" gegenüber.

Außerdem begannen wir damit, unsere Prioritätenliste an Beziehungsproblemen 'abzuarbeiten'. Während ich mich bemühte, mein Problem verständlich und nicht verletzend vorzubringen, las Fred demonstrativ in seinen Aufzeichnungen, um sich schon mal 'sein Problem' auszusuchen. Herr Hecht wies ihn mit erhobener Stimme darauf hin, dass er mich bitte ansehen möge, wenn ich mein Problem vortrage, sein Verhalten sein respektlos mir gegenüber.
Mein Problem war, dass Fred meinen und den Geschenken Frida's an ihn keinerlei Wertschätzung entgegenbrachte. Abgehakt.
Fred brachte vor, dass ich seine Leiden nicht ernst nähme. Ja, da hat er recht. Herr Hecht versuchte ihm deutlich zu machen, dass das ein natürlicher Vorgang ist, bei der enormen Menge an Leidensmitteilungen. Das kam aber nicht so wirklich bei Fred an. Wobei ich zu Fred's 'Entschuldigung' dazu sagen muss, dass ich dieses Extrem-Leiden als markantes Symptom seiner Depression sehe.

Um den roten Faden zu meinem Umweg vom Beginn dieses Posts weiterzuführen ... gestern Mittag habe ich Frau Sommer eine Mail geschickt, ob es nicht vielleicht Sinn machen würde, unsere Sitzung vom kommenden Donnerstag auf die nächste Woche zu verschieben, damit ich mehr Zeit hätte, das Gesagte und das Erkannte zu verarbeiten. Das würde ich auch gerne mit unserem Termin morgen bei der Eheberatung machen.

So, gute Nacht jetzt!
Friederike Fröhlich

Sonntag, 30. Januar 2011

Das Innere Kind

Liebe Leserinnen und Leser,

Letzten Donnerstag hatte ich ja den Termin bei der Ernährungsberatungsstelle. Die Sozialpädagogin dort warf den Begriff des 'Inneren Kindes' in den Raum. Nun bin ich dabei, nachzuforschen, was es damit auf sich hat. Wobei ich mir zugegebenermaßen noch nicht so ganz im Klaren darüber bin, ob es sich dabei um einen aus psychologisch-therapeutischer Sicht wirklich begründeten Ansatz handelt, oder ob es dabei eher in die Richtung "Esoterik" und "Parawissenschaft" geht. Damit hätte ich nun wirklich nichts am Hut.

In diesem Zusammenhang bin ich auf einer Seite zum Thema "inneres Kind" aber auf den folgenden Absatz gestoßen:

Wann ist ein Mensch wirklich erwachsen?

Im Gegensatz zum Kind, dessen Existenz abhängig ist von Fürsorge seiner Eltern, ist der Erwachsene überwiegend unabhängig, denn er kann für sich selbst sorgen (materielle Unabhängigkeit).
Verantwortung für sein Leben übernehmen (darf wollen und das Gewollte auch umsetzen), selbstständig handeln und den Herausforderungen der Lebens begegnen, selbst für sein Glücklichsein sorgen.
Ein wirklich Erwachsener kann auch ohne Zuneigung von anderen leben/überleben, ohne in seiner Existenz gefährdet zu sein. Dieser letzte Punkt wird häufig angezweifelt, weil hier so etwas wie emotionale Unabhängigkeit angesprochen wird.
Ist emotionale Unabhängigkeit möglich?
Zweifelos trägt lieben und geliebt werden ganz entscheidend zum Glücklichsein im Leben bei.
Nur, wenn dieses Glaubensmuster des Kindes, "ich muss geliebt werden, sonst kann ich nicht mehr existieren", in meinem Leben vorherrscht, dann bin ich nicht mehr frei in einer Beziehung. Ich werde abhängig und dann auch leicht manipulierbar. Nach meiner Erfahrung ist eine Beziehung dann am besten, wenn sich zwei wirkliche Erwachsene begegnen. Wenn auf den Partner eine Art Ersatzmutter oder Ersatzvater projeziert wird, kann die Mann-Frau Beziehung beeinträchtigt werden.
Inwieweit diese 'Erkenntnisse' aus der akademischen Wissenschaft heraus begründet sind, kann ich natürlich nicht beurteilen, weshalb ich dieser ganzen Thematik mit einer gesunden Skepsis begegne. Losgelöst aus dem potenziell 'pseudowissenschaftlichen' Rahmen, birgt der oben zitierte Absatz doch einiges an für mich Nachvollziehbarem. Aber: bekomme ich durch Frau Sommer - der ich einfach vertraue - bestätigt bekommen, dass die Sache mit dem "inneren Kind" etwas "Sinnvolles" ist, werde ich es weiter verfolgen.

Ein bisschen 'spirit' schadet nie!
Friederike Fröhlich

Bridge mit Mrs Rawlston

Liebe Leserinnen und Leser,

so, nur um nicht wieder den Anschluss zu verpassen ... ich bin ja auch ein Hirn! Da wird mir mal wieder so im Ansatz alles zu viel, und ich denke daran, Frida einen Brief zu schreiben, oder Frau Sommer eine weitere Spam-Email. Fatal. Das wäre fatal. Selbstverständlich ist der sogenannte 'richtige Zeitpunkt' längst verstrichen, Frida zu erzählen, was eigentlich los ist. Umgedreht war der richtige Zeitpunkt nie wirklich gegeben, insofern ist die vorhergehende Aussage als nichtig zu betrachten. Aber ja, ich hätte schon das ein oder andere Mal das Bedürfnis gehabt, mich ihr anzuvertrauen. Sie ist schließlich meine Mutter. Aber mich ihr unter den gegebenen Umständen anvertrauen?! Nein, das halte ich nicht für sinnvoll. Felix sieht das im Übrigen genauso.

Fakt ist aber, dass ich mal wieder eine Blasenentzündung habe. Nichts Dramatisches, ausnahmsweise. Aber: um zu verhindern, dass aus den "niedrigen Entzündungswerten" wieder eine Nierenbeckenentzündung oder Ähnliches wird, sollte ich mich eben RICHTIG schonen, sprich: Antibiotika und Bettruhe. Dadurch, dass wir heute eigentlich bei Frida zum Essen eingeladen waren, musste ich ihr das sagen - mit dem Ergebnis, dass sie sich jetzt Sorgen macht um meine Gesundheit, und sich Gedanken macht um die Gründe für diese immer wiederkehrenden Nierenprobleme. Aber: diese ihr am Telefon (!) zu erklären, wenn sie gerade auf Fridolin aufpasst ... ?! Das halte ich jetzt nicht für eine besonders gute Idee, zumal diese besagten Gründe ja sehr komplex sind.

Zum Frühstück gab's heute übrigens eine gute Portion kalte Gorgonzola-Nudeln von gestern. Bäh. Muss ich dazu noch was sagen?!

Ach ja, das mit dem Schreiben finde ich echt klasse! Kann ich jedem nur empfehlen!!!

Kalt-geduschte Grüße,
Friederike Fröhlich

Samstag, 29. Januar 2011

Cheri Cheri Lady

FRESS FRESS FRESS und oh Wunder, ich bin immer noch nicht geplatzt. Seit meinem letzten Post habe ich gegessen zwei Krapfen und eineinhalb Portionen Gorgonzola-Nudeln, wobei die halbe nicht mal eine richtige halbe war, weil ich noch so satt vom Fisch heute Mittag war. Jetzt noch eine Packung getrocknete Mangoscheiben. Wenn das keine Fressattacke ist ... .

Gerade erst in meiner Königsdisziplin - Memory - einmal gegen Fred verloren, ihn dafür in "Siedler von Catan" besiegt. Yeah! Aber: Ich war voll hibbelig. Unkonzentriert. Fahrig.

Fridolin ist glücklich bei der Omi, hat heute viel Playmobil gespielt und Eiszapfen in die P. geworfen. Scheint Spaß gemacht zu haben.

Ach ja, der Club hat endlich mal wieder gewonnen. Erste Halbzeit so naja, ... reden wir nicht mehr drüber. Zweite Halbzeit 2:0. Jippieh!

Und: Ich hab endlich mal geschafft, mein altes kaputtes Betttuch abzuziehen. Yeah Yeah Yeah! Das ist doch schon mal was.

Wieder habe ich nicht geschafft, was ich mir vorgenommen habe. Alles überfordert mich. Mist!

"Die Geschichte einer Frau, die nicht viel will, sondern einfach alles: das Gefühl, am Leben zu sein. Hanna ist eine Frau mit unbändigem Lebenswillen, die von einer besseren Zukunft träumt und von einer alles verändernden Liebe." Wie wahr.

"Wer einmal sich selbst gefunden, der kann nichts auf der Welt verlieren."
Stefan Zweig

Mut zum eigenen Wandel

Ja, ich kenne meine 'Baustellen'. Was mich auszeichnet und welches meine empfindlichen Bereiche sind, weiß ich nur allzu gut, schließlich beschäftige ich mich (notgedrungen) ja lange genug mit mir selbst. Welche Denk- und Reaktionsmuster bei mir allerdings im Unterbewussten ablaufen, und dennoch nicht weniger intensiv mein Verhalten beeinflussen, versuche ich, unter anderem mit Hilfe von Frau Sommer, herauszufinden. Dabei kommt es mir nicht darauf an, die jeweils blockierenden Muster weg zu bearbeiten, vielmehr möchte ich diese Muster erkennen, und dann für mich selbst - neu - entscheiden, welche dieser Verhaltensmuster ich wie verändern kann. Unabhängig davon wird mir mehr und mehr bewusst, dass es auch sinnvoll ist, die ein oder andere Verhaltensweise loszulassen, und mich zu ändern.
Müsste ich mich selbst charakterisieren, so würde ich mich als die Perfektionistin beschreiben, die sehr hohe Ansprüche an sich selbst stellt. Sehr genaue Vorstellungen habe ich schon davon, wie ich selbst zu sein und wie ich mich zu verhalten habe, und auch davon, wie verschiedene Aufgaben zu erledigen sind. Daran messe ich mich eigentlich ständig, und maches es - da meine persönliche Messlatte nun mal sehr hoch hängt - mir und anderen sehr schwer, darüber bin ich mir durchaus bewusst. Nein, ich bin gewiss kein Mensch, der das sprichörtliche Haar in der Suppe sucht. Im Gegenteil. Wenn ich Teilerfolge erreicht habe, dann bin ich durchaus in der Lage, mich zu freuen. Allerdings bin ich durch diesen Anspruch an mich selbst oftmals angespannt und ärgere mich über mich selbst und ab und an über Fred.
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.

Born To Run

Liebe Leserinnen und Leser!

Ich hoffe mal, ich habe diesen Titel noch nicht in meinem Blog. Wenn doch, dann ist es mir auch egal gerade.

So, jetzt versuche ich mal ein bisschen aufzuräumen ... ich habe immernoch nicht von der Eheberatung am Dienstag berichtet, weil mir offengestanden zur Zeit alles schwer fällt. Im Grunde genommen ist es ja auch egal. Wer kann denn bei diesem Tempo noch mithalten?

Heute ist Fridolin bei seiner Omi zu Besuch, wir holen ihn morgen wieder ab. Pause. Wobei er zugegebenermaßen die mit Abstand geringste 'Anstrengung' bedeutet. Mit Kind geht alles leichter. Auf dem Weg dorthin mussten wir an der Tierklinik vorbei fahren, in der im Dezember unser schöner Berner Sennenhundwelpe gestorben ist. Ziemlich ätzendes Gefühl. Meine Mutter war, wie immer, sehr reserviert erfreut über unsere Geschenke, naja, was will man erwarten. Über die Bilder, die Fridolin ihr geschenkt hat, schon eher. Aber dass ICH dahinter stehe, sieht sie natürlich nicht.

Die letzten drei Tage bin ich voll am Fressen, und das Schlimmste ist: nicht mal mehr irgendwie Salziges vorher, Süßes als Nachspeise, sondern eine Hand voll Gummibärchen (auch nicht einzeln, sondern fünf auf einmal), dann paar Cashewnüsse, Mehrkornbrötchen mit Käse, Grießbrei mit Zimt und Zucker, Müsli, eine ganze geräucherte Felche, danach den Rest Grießbrei mit Zimt und Zucker .... ich habe das Gefühl, dass mein Essverhalten noch viel schlimmer geworden ist, seitdem ich bei der Ernährungsberatung gewesen bin. Ach ja, nachher gibt's Gorgonzola-Nudeln. Dass ich bei keinem von den oben genannten Speisen Hunger hatte, brauche ich vermutlich nicht wirklich zu erwähnen.

So, gestern war ein voll schöner Tag ... der Kindergarten hatte Teamtag, dementsprechend war dort Ersatzbetreuung durch Eltern angesagt. Ich wurde zwar gefragt, ob ich eventuell Ersatzbetreuung übernehmen könnte, aber ne, dazu fühle ich mich momentan nicht in der Lage. Aber: um ein bisschen auszuhelfen, habe ich zum Einen Fridolin zu Hause gelassen, zum Anderen seine beste Freundin eingeladen, und wir hatten einen prima Tag! Auch ihr Papa ist voll nett! Freaky - genau nach meinem Geschmack. Menschlich gesehen. Interessant. Naja, und F. ist sowieso die beste Freundin, die Fridolin sich überhaupt aussuchen konnte!!

So, das war's erst einmal für jetzt. Ganz sicher melde ich mich später nochmal, denn gestern habe ich so nebenbei noch eine blöde Email von Felix bekommen und und und. Naja, sie hat mich getroffen. Verletzt?! Ach, und so viel ... .

Sonnige Grüße,
Friederike Fröhlich

Freitag, 28. Januar 2011

Schlau

Jeder Kummer und sei er noch so schlimm, kann heilen wenn man ihn sich von der Seele reden kann und jemand einen in den Arm nimmt.

Ghetto Superstar

Liebe Leserinnen & Leser,

heute fange ich lieber wieder morgens mit dem Schreiben an. In meiner Welt passiert so viel, wenn ich schreibtechnisch nicht am Ball bleibe, notiere ich die Hälfte der Dinge nicht,  da in meiner Welt nun einmal alles Schlag auf Schlag geht. Schnell, schnell, schnell, ohne Unterlass. Bei diesem Tempo kann doch kein normaler Mensch Schritthalten! Wie denn auch?!

"Sitz still, mein Herz, wirble keinen Sand auf. Lass die Welt den Weg zu dir finden."
- Rabindranath Tagore -

Ich habe noch nicht einmal geschafft, den Tag gestern vollständig zu reflektieren, weil das Karrussell des Lebens, in dem ich ja sitze, sich so dermaßen schnell dreht, dass ich permanent nur damit beschäftigt bin, mich festzuhalten, um nicht bei voller Fahrt aus dem Sessel zu fliegen. Wie riet mir Frau Sommer: "Schnallen Sie sich gut an!"

So, magen-darm-problem-bedingt habe ich gestern nicht wirklich etwas geschafft hier, heute will und muss ich mich ranhalten! Wobei das mit der Ordnung bei mir definitiv nicht am Wollen liegt, sondern am Können. Zeitweise bin ich ja schon froh, wenn ich es schaffe, morgens aufzustehen. Also wer will dann ernsthaft von mir erwarten, dass ich in der Lage bin, solche Dinge zu erledigen wie Wäsche waschen oder aufräumen?!

Naja, die Zeiten ändern sich glücklicherweise, aber ich möchte in meiner Berichterstattung von vorne anfangen. Fred ist heute extrem gut gelaunt - das ist nicht wirklich ernsthaft gemeint. Noch bevor ich runter bin, hat er den armen Fridolin fünfmal zur Schnecke gemacht, und dann mich. Er merkt's nicht mal.



Strahlende Grüße,
Friederike Fröhlich

Mittwoch, 26. Januar 2011

Phoenix - der Tag

Liebe Leserinnen und Leser,

ich muss mich jetzt ausnahmsweise einigermaßen kurzfassen, weil ich noch einige offene Entwürfe habe, daher heute im Autogramm-Stil:

Gewicht: gut, respektive weniger als gestern. Zu dem WIE schreibe ich jetzt mal nichts.

Essen gut - paar Portionen Alu Gobi, eine Packung getrocknete Mangoscheiben, eineinhalb Kürbiskernbrötchen
Weil ich mit meinem Tagespensum die komplette letzte Woche essenstechnisch massiv unter dem täglichen Bedarf an Energiezufuhr geblieben bin, habe ich die Kalorienzahl heute morgen mal auf 2000 kcal herunter gesetzt, und bin trotzdem deutlich drunter geblieben. Dafür war ich heute zusammengerechnet nur eine halbe Stunde auf den Beinen - oh weh. Ok, ich lag heute morgen auch mehr oder weniger flach. Aua Bauch.

Ach, und zwischendrin habe ich es tatsächlich geschafft, bei der Beratungsstelle für Frauen mit Essstörungen anzurufen. Die Frau dort war supernett, und ich habe gleich einen Termin zur Beratung ausgemacht.

Außerdem habe ich eine tolle Antwort von Felix bekommen auf - die werde ich mir ausdrucken und einrahmen. In einen GROSSEN Rahmen.

Und dann war da noch die Eheberatung, aber davon erzähle ich morgen. War gut!

Am Spätnachmittag dann lag ich mit Bauchschmerzen auf dem Sofa, während Fred mit Fridolin 'Nanu!' spielte. Fred hat gewonnen. Danach spielte ich noch ein bisschen mit Fred. Wobei 'spielen' relativ ist. Es gibt diese Box mit den kleinen Kärtchen - 'Gesprächsstoff'. Ein guter Ansatz, mit einem sprachlosen Menschen wie Fred ins Gespräch zu kommen.

Aaaaaaaaaaaaaaach ja ... Fred hat die schöne neue Lampe im Wohnzimmer aufgehängt. Yeah! Yeah! Yeah! 

Müde Grüße,
Friederike Fröhlich

Dienstag, 25. Januar 2011

Über das Schreiben

Liebe Leserinnen und Leser,

Lange habe ich überlegt, ob ich soll oder soll ich lieber nicht?! Schließlich habe ich mich für keinen faulen Kompromiss entschieden ... . Fakt ist ja, dass ich nun mal ein Mensch bin, der sich viele Gedanken über alles macht. Das lasse ich jetzt mal wertungsfrei so stehen. Eine Form, oder sagen wir ein Ventil, um besser mit meinen Problemen umgehen zu lernen, ist - Sie haben's erkannt - das Schreiben. Im Schreiben eröffnen sich mir viele neue Möglichkeiten; Möglichkeiten, wie ich sie zuvor nicht gesehen habe oder nicht sehen konnte. Jedenfalls habe ich heute eine, wie ich finde, gute Antwort verfasst auf die These

"Ich habe den Eindruck, dass es für Sie wichtig ist, jemanden zu haben, dem sie jederzeit etwas mitteilen können, der Sie versteht und auf Ihre Gefühle und Gedanken eingehen kann."

Meine Antwort in Auszügen:

"Lieber Felix,

ich habe mir nun nochmal Gedanken zum Schreiben gemacht. Vorneweg schicken muss ich, dass ich paradoxerweise in meiner kompletten Schul- und Ausbildungszeit abgesehen von den Sprachen (da war ich auch im Schriftlichen sehr gut) IMMER sämtliche Noten über das Mündliche gerettet beziehungsweise
aufgebessert habe.

Wieso hat sich das so sehr umgedreht? Ich meine, dass der größte Anteil darin in meinen negativen Erfahrungen in G liegt, und auch in meinem äußerst bescheidenen letzten Jahr.

'Es gibt keine größere Freude, als sich selbst, sein eigenes Ich zum Ausdruck zu bringen" sagt der Literaturwissenschaftler Georg Misch. Und da ich scheinbar/offensichtlich auf die mündliche Art damit keinen Erfolg habe (zumindest nicht bei den mir wichtigsten Menschen), suche ich eben nach einer anderen Möglichkeit. Mir geht es darum, ein Bewusstsein dafür zu bekommen, was gut ist in meinem Leben, ich möchte meinen Standort bestimmen 'Wie bin ich die geworden, die ich jetzt bin?', aber auch bilanzieren "Wo stehe ich jetzt? Was kann ich mit meiner Zeit noch Sinnvolles tun?' Ok, das klingt, als wäre ich 65 Jahre alt und hätte die Weisheit mit Löffeln gefressen. Rather not. Ich bin halb so alt und meilenweit davon entfernt. Ich möchte mein Leben auf die Reihe kriegen, das Bestmögliche rausholen! Eine Krise wie diese, die ich gerade durchlebe, empfinde ich als Chance.

Nein, eine Krise IST eine Chance, ich hoffe, dass die Entscheidungen, die ich in ihr treffe, die richtigen sind, um in ZUKUNFT etwas besser zu machen als bisher. (Oh mein Gott, das klingt nach 85 ... ). Das Positive ist, dass ich noch keine 85 bin, und auch noch keine 65; entscheide ich mich jetzt also für das RICHTIGE, dann habe ich ein langes schönes Leben vor mir. Nur: was ist richtig und falsch?!

Ich möchte rückblickend in meinem Leben 'aufräumen', mir Schwieriges wie Geglücktes endlich (?) bewusst machen, ich möchte den roten Faden oder zumindest ein Muster in meinem Leben sehen.

'Einer der wichtigsten Gründe für einen Menschen, zu schreiben, ist der Wunsch, schreibend zu entdecken, was er war, und damit, was er ist, was sein Leben bedeutet hat, und was es im gegenwärtigen Augenblick bedeutet.' (Ricarda Huch)

Alles in Allem schreibe ich aber, weil ich Freude daran habe, und darin eine sinnstiftende Beschäftigung sehe. Schreiben ermöglicht es mir, ein wenig zurückzutreten, den Gang der Ereignisse zu betrachten, und eine zielgerichtete Entwicklung zu sehen, die auf die Gegenwart hinausläuft, in der ich jetzt lebe. Schreiben ermöglicht es mir auch, Geschehnisse neu zu deuten und bisher nicht wahrgenommene Zusammenhänge aufzuspüren. Damit dürfte ich dann wohl im freudschen Keller angelangt sein, oder?!

Unbewusst liegt meinem Schreiben wohl auch der Wunsch wenn nicht nach Selbstrechtfertigung, zumindest aber nach Selbst-Erklärung zugrunde, und mit dem Selbst-Erklären der Wunsch nach Anerkennung. Selbstrechtfertigen brauche ich mich nicht, denke ich, da ich das Geschehene sowieso nicht rückgängig machen kann, aber: ich kann aus dem Geschehenen lernen und meine Schlüsse für die ZUKUNFT ziehen, auf dass ich nicht die gleichen Fehler nochmal mache.

Unschöne Erfahrungen, die ich ja auch gemacht habe, [...] werden durch die schriftliche Auseinandersetzung vielleicht/hoffentlich ein bisschen erträglicher. Mein verletztes Ich versichert sich seiner Lebensfähigkeit und Widerstandskraft allein durch die Tatsache, dass ich trotz meiner Krise noch hier bin, 'überlebt' habe und davon berichten kann. "Was uns nicht umbringt, macht uns stark." Hoffentlich.

Der mir naheliegendste Grund noch vor allen anderen für das Bedürfnis nach dem Schreiben über mich und mein Leben wächst aber aus der Tatsache heraus, dass ich einen Mangel habe; einen Mangel an Gelegenheiten, über meine Erlebnisse zu erzählen, und --> sie zu verarbeiten.

Ach ... und schließlich wird, sobald ich schreibe, ja etwas von mir sichtbar, wenn ich ansonsten ja schon unsichtbar zu sein scheine. Es wird etwas von mir sichtbar, und es ist Zeugnis davon, dass ich tatsächlich hier
bin, dass es mich GIBT, auch wenn mich keiner sieht. Halt, dass es MICH gibt.

[...]

Radioaktive/selbstreflektierte/-reflektierende Grüße,
Friederike Fröhlich

Montag, 24. Januar 2011

Glück

Liebe Leserinnen und Leser!

Ich weiß gar nicht so recht, was ich heute schreiben soll. Mal wieder ist das alles so ... viel.

"Man sollte die Menschen von ihrem Glück überzeugen; sie beachten es nicht, obwohl sie es besitzen."
- Charles de Montesquieu -

Beim kleinen Fridolin ist alles in Ordnung zum Glück.

Fred möchte von morgen bis Freitag nochmal 'weg'.

Ansonsten habe ich heute morgen Fridolin in den Kinderladen gebracht und für Freitag ein play date mit seiner über alles geliebten Freundin ausgemacht - yeah! yeah! yeah! Hey, da fällt mir ein, ich könnte mit den Kiddies dann ja was backen am Freitag, das macht immer Spaß. Freu mich schon!

Danach war ich mit Fred einen Cappuccino mit Zucker im Bioladen zischen - lustig.
Schnell bei der Post eines von meinen verkauften Büchern wegschicken
Bei Yoga - das tat soooooooooo gut!!

Zu Mittag habe ich mich mit Fred in meinem zweiten Wohnzimmer getroffen. Dort gab's einen griechischen Salat, einen Flammkuchen, einen Rooibostee und zwei Cappuccinos. Trotz allem habe ich (inklusive Abendessen) laut Ernährungstagebuch gerade mal 45% des Tagesbedarfs an Energie aufgenommen.

Ich habe heute viele Sachen gekauft, in zwei Indien-Läden hier in der Stadt:
  • Zuerst mal ein Messingtablett (mit anschraubbaren Füßen, obwohl ich die nicht brauche) für den Pouff im Wohnzimmer
  • Acht blaue Tischsets, die zu meiner indischen Elefanten-Tischdecke passen (mehr oder weniger)
  • Ein Om-Zeichen
  • Die erste von zwei Lampen für das Wohnzimmer (Fred hat natürlich gleich gemeckert, die sei viel zu dunkel blablabla)
  • Einen Deko-Elefanten für bei den Blumen
  • Ein Schmuckkästchen für meine Ketten (Fridolin sagt, das ist eine Piraten-Schatztruhe)
  • Ein paar Ketten zum Aufhängen mit Glöckchen dran
  • Eine Schale für das Duftzeugs im WC unten
Vor dem Abendessen habe ich dann endlich mal die Weihnachtsdekoration ab-, und dann mit Fred meinen grünen Wandbehang aus Nepal wieder aufgehängt und noch so ein paar andere Sachen.

Fred hat dann mit Fridolin zusammen seine Schwester angerufen. Fridolin hat ihnen freudestrahlend erzählt, dass er gestern mit mir im Opernhaus war und dass da Kinderkonzert war und ganz toll und der riiiiiiiesige Kronleuchter und ach ja, beim Herrn Bach waren wir. Die doofe Schwägerin meinte nur irgendwas mit "ach du armes Kind" und "ins Konzert gehen müssen". Argh. Mir fehlen die Worte! Das ist vielleicht auch besser so, sonst würde ich etwas arg Böses schreiben.

Unmengen an Büchern habe ich auch gekauft - ich kann's halt nicht lassen. Ersatzbefriedigung?!
  • Das Große Yoga-Buch
  • Lass los, was deinem Glück im Weg steht
  • Lass dich nicht vereinnahmen
  • Von der Kunst des Schreibens ... und der spielerischen Freude, Worte fließen zu lassen
  • Die Heilkraft des Schreibens - Wie man vom eigenen Leben erzählt
  • Schreib es dir von der Seele - Kreatives Schreiben leicht gemacht
  • Das Schreibseminar - Vom Buchstabenchaos zum Sprachkunstwerk
  • Lexikon der bedrohten Wörter
  • Garantiert Schreiben Lernen
  • Wie man einen verdammt guten Roman schreibt

Alles in Allem ein sehr schöner Tag, an dem ich abends nicht mal vor der Glotze gehangen habe, sondern mit einer lieben Freundin telefoniert habe. Ja, selbst ich habe sowas, auch wenn sie angerufen hat, weil sie in einer Notlage ist, und dringend eine Erzieherin für ihren Sohn sucht. Nun ja. Wollen wir mal nicht so sein. Wäre ich so schlimm gewesen, wäre ich jetzt nicht ihre erste Option, das ist ja auch schon mal was!

Ach ja, der Besitzer des einen Indien-Ladens wird Mitte Februar nach Asien fliegen, und netterweise hat er sich bereiterklärt, den mp3-Player für Felix mitzunehmen; er wird mir vorher Bescheid sagen! Yeah! Yeah! Yeah!

Ganz schön viel für einen Tag, oder?! Kein Wunder, dass ich da zusammenklappe.

Schiss habe ich vor dem Termin beim Eheberater morgen. Trotzdem bin ich so relativ zufrieden heute und wünsche Ihnen allen eine gute Nacht,
Ihre Friederike Fröhlich

Sonntag, 23. Januar 2011

Zu Besuch Bei Don Otavio

Mann, Mann, Mann!

Vielleicht sollte Fred doch nochmal ein paar Tage wegfahren, krankgeschrieben ist er ja noch für die nächste Woche. Also, nicht dass wir uns zerfleischen. Ich habe keinen Bock mehr. Das Ganze ist einfach so ... lächerlich!!

Ach ja, ich habe eine neue Unterseite "Ess-Tipps" aufgemacht, darin sammle ich schlaue Sprüche, die ich mir so überlegt habe, und die andere Menschen bis jetzt sehr hilfreich fanden, mir aber in der Praxis bis jetzt nicht wirklich etwas gebracht haben.

So, jetzt Tatort.

Genervt

Hochverehrtes Publikum!

Heute gab es bei uns:
Kalte Rotbarbenfilets mit
kalten Salzkartoffeln ohne Salz,
Aioli und
Rucola-Tomaten-Salat ohne Tomaten, dafür mit Unkraut
zum Abendessen.

Argh, ich habe mich bemüht, alles lecker hin zu bekommen.
Fred war fürs Tischdecken zuständig.
Nur, bis er fertig war, war das Essen kalt.
Und als ich mir erlaubt habe zu erwähnen,
dass im Rucola-Tomatensalat die Tomaten fehlen
und er außerdem den Salat zwar gewaschen,
aber nicht geputzt hat,
so dass wir das ganze Unkraut mitessen beziehungsweise rauspfrimeln mussten
und die Zitronen nicht geachtelt waren, so dass man sie auspressen kann
sondern in Scheiben geschnitten, dass man sie nicht auspressen kann
ist er halt wie immer ausgetickt.
Nein, ich habe NICHT gemeckert.
An dieser Stelle muss ich nicht dazu erwähnen, dass ich Fred NICHT NICHT NICHT bevormundet habe.
Ich will ihn ja nicht dominieren. Ha! Ha! Ha!

Nur: soll ich mich vielleicht freuen, wenn mein leckeres Essen so dermaßen verhunzt wird?
Und wenn wir den teuren Fisch kalt essen müssen?

Ich strenge mich doch auch an!
Kann er nicht mal was gescheit machen?!

Mann, Mann, Mann.
Schlechte Stimmung.
Dazu Fridolin, der voll mitmotzt!
Mann, Mann, Mann!

Muss jetzt Fridolin ins Bett bringen, dann schließe ich mich in meinem Zimmer ein.

Ach ja, mit Müsli und Krapfen komme ich gerade mal auf 61% des Tagesbedarfs an Energie - yeah!
Kein Sport heute - buh!

Traurig-genervte Grüße,
Friederike Fröhlich

Quisiera Tener Alas

Liebe Leserinnen und Leser,

ja, Flügl hätte ich wohl gerne. Dann würde ich fliegen und wäre frei wie ein Vogel. Leicht. Federleicht. Wie sieht die Welt wohl von oben aus? Und wie klein sind dann alle Probleme?!

Heute vormittag war ich mit Fridolin das erste Mal im Opernhaus zum Familienkonzert und es war toll! Zuerst mal habe ich ihm das ganze Opernhaus gezeigt, oben den Saal mit den riesigen Kronleuchtern und die hohen Fenster. Wow! Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich als kleines Mädchen dort mit Frida hingehen durfte. Dann haben wir noch A. getroffen. Wir kennen uns vom Montessorikurs vor ein paar Jahren, sie war mit ihrem Mann und den drei Kindern auch zum ersten Mal dort. Auffällig war, dass sich die Leute gar nicht mehr so schick anziehen, wie ich es von früher kenne. Fridolin war beeindruckt! Und er hat gebannt zugesehen und zugehört vom Anfang bis zum Ende. Das Akkordeonorchester spielte unter Begleitung des Jugendchores verschiedene Werke der Familie Bach - einfach toll! Für Fridolin war es ein schönes Erlebnis. Ihm haben am besten die Bilder gefallen, und die Instrumente und die Musik und das schöne Opernhaus. Übersetzt heißt das: alles! :-)

Fred ist wieder voll motzig drauf. Er hat uns zum Opernhaus gefahren. Ich hatte ihn gebeten, uns danach wieder abzuholen, weil ich mit den Stiefeln nicht so wirklich gut laufen kann. Er meinte dann, ich solle ihm eine SMS schicken, wenn es aus ist, worauf ich sagte, dass ich das nicht brauche, weil ich weiß, dass es eine Stunde dauert, plus hinterher rumschauen, langsam Jacken holen und so weiter und so weiter. Darauf war er voll beleidigt. Naja, es hatte schon zu Hause angefangen, als er Stress gemacht hat, in einem Tonfall ... ich mir aber ein bisschen Zeit gelassen habe, weil wir die Zeit ja HATTEN. Wir waren nicht spät dran oder so. Und dann wollte ich, dass er Fridolin eine bestimmte Hose anzieht, die war aber nicht da, weil sie bei den Wechselklamotten im Kinderladen ist. Nicht so schlimm. Fred tat dann aber so, als würde ICH ein Riesen-Drama daraus machen. Ich weiß es nicht, vielleicht sind wir wirklich nicht füreinander geschaffen.

Sorry, aber ich habe langsam keine Lust mehr. Wenn er meint, dass sein Tonfall einem normalen, respektvollen Umgang in irgendeiner Weise förderlich ist, dann lebt er auf einem anderen Planeten als ich. Nach dem Mittagessen wollte er dann die ganze Zeit wissen, was los ist? Was ist denn los? Jetzt sag doch. Und wenn ich ihm das sage? Dann versteht er es sowieso nicht, weil er seinen beschissenen Tonfall völlig normal findet, und ich hätte ja auch blablabla. Habe ich! ABER ERST, ALS ER MICH SO BLÖD ANGEMACHT HAT! Aber das CHECKT er einfach nicht! Noch dazu, weil er immer das letzte Wort haben muss, wie ein blöder vorpubertierender Teenager! Vor allen Dingen übernimmt Fridolin die aufsässige Art Fred's jetzt schon. Ganz toll! Ich habe keinen Bock mehr auf den Scheiß. Echt nicht!

Zum Mittagessen gab es eineinhalb Scheiben Walnussbrot mit Käse. Wow. Schon 17% meines Tagesbedarfs an Energie. Und ich bin nicht mal im Ansatz satt. Später gibt's Rotbarbenfilets mit Aioli und Kartoffeln. Lecker! Und sooooo gesund. Naja, vielleicht ja ein paar Kartöffelchen dazu und einen leckeren Salat.

Genervte Grüße,
Friederike Fröhlich

Samstag, 22. Januar 2011

Alu Gobi

Liebe Leserinnen und Leser,

Das Abendessen war leckerst! Es gab Alu Gobi, Kartoffel-Blumenkohl-Curry. Ich habe gekocht, Fred hat geholfen. Das Essen ist superobermegages und ... obwohl ich mich keinesfalls zurückgehalten habe und jetzt angenehm gesättigt bin, habe ich damit lediglich 6% Energie des Tagesbedarfs zu mir genommen. Wow! Ich muss aber gestehen, ein bisschen hätte ich schon noch Hunger. Hm. Keine Fressattacke bis jetzt.

Ansonsten: Fred hat mit Fridolin seine Mutter angerufen; Fridolin wollte aber nicht wirklich etwas erzählen, er meinte nur, dass er viel lieber mit seiner anderen Omi telefonieren würde. Hähähä. Kommt davon.

Ach so, zwischendrin ist Fred beleidigt abgedampft, weil ich mir erlaubt habe zu sagen, dass der ganze Mist zwischen mir und seiner Familie unter anderem deshalb entstanden ist, weil er es nicht fertig bringt, sich klar auszudrücken.

Und ganz abgesehen davon habe ich glaube ich gut angeschwollene Mandeln. Aua. Halsweh ist das jedenfalls nicht. Hm. Wenn das bis Montag nicht weg ist, werde ich wohl mal wieder zum Arzt gehen müssen.

So, dann eben noch einen Faschingskrapfen. Zwei Faschingskrapfen. Getrocknete Mangoscheiben. Chili im Auge.

Gute Nacht,
Friederike Fröhlich